Wohin mit mineralischen Stoffen, die in der Bauwirtschaft nicht wiederverwendbar sind ? Die Deponie in Stendal wird 2011 endgültig geschlossen. Eine neue Möglichkeit der Entsorgung könnte es auf dem Wuster Damm geben, erfuhr der Wirtschaftsförderausschuss bei seiner Beratung am Dienstag.

Wuster Damm. Auf dem Gelände des Baustoffrecyclingwerkes der Firma Wustrau auf dem Wuster Damm gibt es für eine Deponie genug Platz. Das Bauunternehmen hatte das insgesamt 75 Hektar große Gelände im März 2000 vom Kohlehandel gekauft.

" Wir werden immer wieder von Baufirmen angesprochen "

Eine bereits erfolgte Umweltverträglichkeitsstudie hat keine Einwände gegen die Lagerung von Steinen, Erde und mineralischen Stoffen, die auch gering belastet sein können. Das sind beispielsweise Erdstoffe aus dem Straßenbau, die unbehandelt nicht wiederverwertet werden können. " Oder auch Ziegelrecycling, das vor ein paar Jahren noch beim Radwegebau zum Einsatz kam, aber heute keinen Absatz mehr findet. Auch Schlacke, Asche und Asbest gehören dazu ", führte Karin Zädow vom Umweltamt des Landkreises an. Sie begleitete am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, die sich das Gelände ansahen. " So können wir uns für die künftigen Entscheidungen ein besseres Bild machen ", erklärte der Ausschussvorsitzende Norbert Tanne. Von einem hohen Berg aus, von dem man einen guten Überblick über das gepfl egte Gelände zwischen dem Bahnhof Schönhauser Damm und dem Wuster Damm hat, erklärte Juniorchef René Wustrau die Pläne : " Wir recyceln auf dem Gelände Baustoffe und haben in den zurückliegenden sechs Jahren rund 500 000 Tonnen Sand für Projekte in der Altmark und im Havelland abgebaut. Beispielsweise auch für den Deichbau entlang der Elbe. Zu Spitzenzeiten, als bei Scharlibbe ein Notdeich errichtet werden musste, waren es sogar 5000 Tonnen täglich. Hier lagern noch rund 1, 5 Millionen Tonnen Sand. " Als drittes Standbein soll nun noch die Deponie dazukommen. " Die Nachfrage ist da. Wir werden immer wieder von Baufirmen angesprochen, ob wir auch nicht wiederverwendbares Material lagern ", begründet Vater Lothar Wustrau die Investitionspläne. Vor 18 Jahren hatte er eine Baufirma in Vieritz im benachbarten Havelland gegründet. Um Arbeitsplätze zu sichern und eventuell auch neue zu schaffen, soll die Deponie angelegt werden. " Für uns als Baufirma ist die Vorbereitung der Fläche, zu der unter anderem das Anlegen einer Dichtungsschürze im Erdreich und eines Rinnen-Systems für das Regenwasser gehören, relativ kostengünstig umsetzbar. " Ge plant ist, in insgesamt zehn Abschnitten der Sandgrube nacheinander Material zu lagern. Ist ein Bereich voll, wird er rekultiviert und der nächste genutzt.

" Das Vorhaben scheint genehmigungsfähig "

" Das Vorhaben scheint genehmigungsfähig ", erklärte Karin Zädow im Ausschuss. " Die Bedingungen sind gut. Es gibt gute Anbindungen an die Straße und sogar an das Schienennetz und durch Lärm oder Staub werden keine Einwohner in unmittelbarer Nähe belastet. " Außerdem müsse der Landkreis laut Abfallbeseitigungsgesetz eine Deponie vorhalten. Und man könne den Firmen der Region auch keine langen Fahrwege zu weit entfernten Deponien zumuten. Zum Einzugsbereich gehört neben dem Landkreis Stendal auch das Havelland.

Die Firma will in den kommenden zwei Monaten den Antrag auf Genehmigung beim Landkreis einreichen. Bis es grünes Licht geben könnte, dauert es rund ein dreiviertel Jahr, so dass Ende 2010 die erste Ladung mineralischer Abfälle deponiert werden könnte.