Stendal ( ri ). Wie kommt man als Besucher der Stadt Stendal zu dem Privileg, dass in der Stendaler Innenstadt Parkplätze für andere Autofahrer gesperrt und für das eigene Auto frei gehalten werden ? Vor dieser Frage mag manch Besucher der Stendaler Altstadt im vergangenen Jahr gestanden haben : Politische Prominenz aus dem gesamten Bundesland war nämlich angerückt, und für die normalen Autofahrer waren mehrere Plätze in der Innenstadt für Stunden dicht.

Stendals Pressesprecherin Sybille Stegemann erklärt auf Nachfrage der Volksstimme : " Anlässlich zweier Landesparteitage demokratischer Parteien wurden öffentliche Parkplätze gesperrt, um sie den Antragstellern für ihre Zwecke zur Verfügung zu stellen. " Ist das nur für Parteien möglich ? " Es kann natürlich jeder entsprechende Anträge an den Straßenbaulastträger richten, aber einem solchen Ansinnen kann nicht in jedem Falle entsprochen werden ", erläutert die Stadtsprecherin. Landesparteitage seien als eine Außenwerbung für die Stadt Stendal zu verstehen. Sie stellten " schon eine Exklusivität dar ".

Zudem seien bei den überregionalen Versammlungen der Parteien, bei denen in der Regel auch politische Prominenz anreist, ohnehin oftmals besondere Sicherheitsvorkehrungen notwenig, " welche eine solche Maßnahme erfordern ".

Letztlich sei es aber die Exklusivität, die als Messlatte für eine positive Beantwortung des Parkwunsches angelegt werden müsse. Sybille Stegemann : " Es sind und bleiben eher die Ausnahmen. Und, die innerstädtischen Parkplätze sind ja eigentlich für alle Besucher und Einwohner bevorzugt da – weshalb sie vornehmlich frei verfügbar sein sollen. "