Stendal. Für einen 58-jährigen Taxifahrer endet die Fahrt nach Stendal-S üd an einem späten Novemberabend vorigen Jahres dramatisch : Er wird zusammengeschlagen und seines Geldes beraubt.

Wegen Raubes und Körperverletzung stehen zwei Stendaler ( 28 beziehungsweise 27 Jahre alt ) vor dem Landgericht Stendal. Wobei wohl nur einem der Raub anzulasten ist, wie Gerichtssprecher Dr. Michael Steenbuck im Ergebnis des ersten Prozesstages auf Volksstimme-Nachfrage sagte.

Laut Anklage hat sich das Ganze so abgespielt : Der Taxifahrer wird am 8. November gegen 23 Uhr angerufen, " Waren " zu kaufen und an eine Adresse in der Hanseallee zu liefern. Bei den " Waren " handelt es sich um Spirituosen im Wert von etwa 15 Euro.

Der Taxifahrer besorgt das Gewünschte und liefert es bei einer jungen Frau ab. Einschließlich Fahrtkosten beläuft sich die Rechnung auf 24, 11 Euro. Doch die junge Frau gibt dem Taxifahrer lediglich 15 Euro in Scheinen und hält ihm eine Handvoll Centstücke hin. Das sei höchstens etwas mehr als ein Euro insgesamt gewesen, sagt der Fahrer. Großzügig verzichtet er auf das angebotene Kleingeld und fährt los.

Da stellt sich einer der Angeklagten dem Mercedes in den Weg und bedeutet dem Fahrer, dass er den Restbetrag zahlen wolle. Das Taxi stoppt und der Angeklagte schlägt sofort auf den Fahrer ein. Als dieser versucht loszufahren, zerrt der Angeklagte an seinen Sachen. Der Mercedes kommt auf dem Gehweg zum Stehen. Der Täter malträtiert den Fahrer weiter, drückt seinen Unterarm gegen den Hals, sodass der 58-J ährige Atemnot und Herzrasen bekommt. Seine Brille fällt auf den Gehweg und wird verbogen. Nachdem der erste Angeklagte vom Fahrer abgelassen hat, kommt der zweite ins Spiel. Er reißt die Beifahrertür auf und versetzt dem Fahrer Schläge ins Gesicht. Der versucht, über Funk Hilfe zu rufen. Daraufhin demoliert Schläger Nummer zwei die Funktaste samt Innenspiegel. Schaden am Taxi : etwa 200 Euro. Dazu ist die Geldbörse des Fahrers, die in der linken Wagentür steckte, verschwunden. Und mit ihr die Tageseinnahmen : 96, 35 Euro.

Die körperlichen Verletzungen, die sich der Taxifahrer zuzog, waren weniger schwer. Doch noch heute ist er in psychologischer Behandlung, hat das Ganze noch nicht verarbeitet, wie er aussagt.

Polizeibeamte erwischen die Angeklagten unmittelbar nach der Tat und unweit des Tatorts. Bei einem findet sich das geraubte Geld. Beide Angeklagten sind gerichtsbekannt. So ist der eine erst kurz vor dem 8. November nach einer mehrjährigen Gefängnisstrafe aus der Haft entlassen worden. Am 1. April wird das Urteil erwartet.