Stendal. Sie hätten die Wahl gehabt, zur Partner-Uni nach China zu fahren oder nach Stendal. Und sie haben sich für Stendal entschieden. 14 angehende Pädagogen von der Lenoir-Rhyne-Universität im US-Bundesstaat North Carolina sind diese Woche in der Hansestadt zu Gast. Ihr Besuch ist Teil einer Partnerschaft, die vor einem Jahr mit den Kindheitswissenschaften der Hochschule Stendal geschlossen wurde.

Die Kameras gezückt, strömten die Studenten gestern Nachmittag in Begleitung ihrer Stendaler Kommilitonen in das Rathaus, wo sie Oberbürgermeister Klaus Schmotz in launiger Runde empfing. Nach einem virtuellen Stadtrundgang per Beamer durch den Stadtchef persönlich, kam man im Rathausfestsaal noch ins Gespräch. Schmotz sagte an die amerikanischen Gäste gerichtet: "Ich freue mich über die Kontakte, die Sie mit unser Hochschule geknüpft haben, um Stendal, Sachsen-Anhalt und auch Deutschland kennenzulernen. Und dass Sie sich bei Ihrer jetzigen Reise für Stendal und nicht für China entschieden haben, war genau richtig."

Dass solche Partnerschaften und damit auch Austauschprogramme fester Bestandteil des Studiums sein sollten, unterstrich Professor Joyce Davis von der Lenoir-Rhyne-Universität. "Ich glaube, dass wir viel lernen können von einem anderen Land und von einer anderen Hochschule. Vor allem das deutsche Schulsystem interessiert uns. Ein paar Eindrücke haben wir in Köln gesammelt, in Sachsen-Anhalt sind ja leider gerade Schulferien."

Für viele der 14 Studenten, die jetzt hier sind, sei es zudem der erste Auslandsaufenthalt überhaupt. "Einige haben noch nie ihr Bundesland verlassen, geschweige denn, dass sie geflogen sind", sagte Davis. Also auch in dieser Hinsicht eine völlig neue Erfahrung.

Eine solche machte gestern übrigens auch noch die Sperlingsida. Es dürfte das erste Mal gewesen sein, dass im Haacke-Brunnen am Sperlingsberg ein Entenrennen veranstaltet wurde. Das hatten sich die Studenten als Gag am Ende einer kurzen Stadtführung ausgedacht. Beim ersten Durchlauf entschied Maria Burkhardt (22, 4. Semester Kindheitswissenschaften) den Wettstreit gegen Gaststudent Aaron Campbell (21) für sich. Der Amerikaner war dankbar für die Auflockerung.