Mehrfach hatten die Anwohner des Stemmerschen Bierweges mit den Folgen starker Regenfälle zu kämpfen: die Schlammmassen suchten sich ihren Weg bis auf ihre Grundstücke. Mit der Flurneuordnung ist Besserung in Sicht.

Stemmern l Als Stemmerns Ortsbürgermeister Siegfried Schopf vor Jahreswechsel Rückschau hielt, hatte er berichtet, dass Stemmern in die Flurneuordnugn aufgenommen wurde. Er verbindet diesen Fakt mit der Hoffnung, dass sich damit die Entwässerung des Bierweges verbessere. "Die Gefahr, die bei Starkregen entsteht, muss gebannt werden. Weil in einem Graben der Abfluss nicht gesichert ist, wurde inzwischen eine Kleinigkeit zur großen Sache", sagte Siegfried Schopf vor einigen Wochen. Der Bierweg liegt am Ortsrand von Stemmern, hier schließen sich Ackerflächen an.

Die Volksstimme hakte wegen des Problems im Bauamt der Gemeinde Sülzetal nach.

Wie Matthias Rothe als zuständiger Mitarbeiter mitteilte, sei das Problem dem Bauamt schon seit längerer Zeit bekannt. Bereits im Jahr 2012 habe es einen Vororttermin gegeben. Anwohner des Bierweges schilderten das leidliche Problem: Bei Starkregen versickert das Oberflächenwasser nicht auf dem abschüssigen Acker sondern läuft oberirdisch in den Ort hinein.

Bevor der Bierweg saniert wurde, nahm der vor den Grundstücken verlaufende Graben das Wasser auf und leitete es ab. "Über die Grundstückszufahren waren Platten gelegt, die bei großen Wassermengen hoch geklappt wurden. Mit den Bauarbeiten im Bierweg wurden Durchlässe DN 300 eingebaut, vor denen sich das Niederschlagswasser bei Starkregen jetzt anstaut. Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass die Grundstücke im Bierweg zum Teil tiefer als die Straße liegen, so dass das Niederschlagswasser in Richtung dieser Grundstücke abläuft", erklärt Matthias Rothe. Als Sofortlösung sei damals vorgeschlagen worden, die Äckerflächen anders zu bewirtschaften, die Richtung der Bewirtschaftung quer zum Ort anzulegen. Man ging davon aus, dass dann das Wasser über die Furchen laufen muss, anstatt längs in den Ort hinein.

Im Rahmen einer Gewässerschau im vergangenen Jahr, an der auch Vertreter des Landkreises Börde und des zuständige Unterhaltungsverbandes für Gewässer II. Ordnung teilnahmen, wurde die ins Visier genommene Sofortlösung vor Ort erläutert. Allerdings mit dem Ergebnis, dass die vorgeschlagene geänderte Bewirtschaftung der Ackerflächen dazu führen könnte, dass die Gefahr einer Überflutung noch steige. Beispiele aus der Vergangenheit würden dies belegen.

"Umleitung" in den Graben 5 könnte die Lösung bringen

Also müsse nach einer neuen Lösung für das Problem Bierweg gesucht werden. Die Lösung könnte in der Flurneuordnung für Stemmern liegen.

Der kleine Ort ist inzwischen in die Flurneuordnungsprogramme des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) integriert. Ein Beginn des Verfahrens ist nach Aussage des ALFF Mitte Wanzleben für 2014 geplant.

Wie das Bauamt der Gemeinde Sülzetal weiter mitteilt, hätten erste Vorabstimmungen über das Flurneuordnungsverfahren Stemmern Ende 2013 stattgefunden. Für die Optimierung der Entwässerung im Bierweg soll hier eine Lösung zur Ableitung des Wassers bei Starkregen in den Zuflussgraben zum Graben 5 umgesetzt werden.