Mit Ines Schreinert sprach über den Standort Freibad Sebastian Pötzsch.

Volksstimme: Das von Ihnen in Auftrag gegebene Exposé spricht hinsichtlich des von ihnen favorisierten Geländes von Vorteilen aus wirtschaftlicher wie aus sozialer und stadtstruktureller Sicht. Prognosen zum demografischen Wandel und auch der finanzieller Aspekt belegen aber die Vorteile am Standort am Bahnhof.

Ines Schreinert: Nein, diese Denkweise ist zu kurzsichtig. Der demografische Wandel ist unbestritten. Doch auch ältere Menschen wollen Natur, die nur ein künftiges Parkbad in der Breitscheidstraße bieten kann. Hier gilt es, ein Areal zu schaffen, um allen Altersgruppen gerecht zu werden. Und was die Fördermittel betrifft: Es ist jetzt viel zu früh, um sagen zu können: es gibt keine Fördermittel. Eine neue Förderperiode steht an, neue Richtlinien werden erarbeitet. Ich denke, dass auch die Breitscheidstraße die Chance auf Fördermittel hat. Da werden sich Wege finden lassen. Es stellt sich mir auch die Frage, warum die Stadt ein Kombibad nicht auch alleine stemmen können sollte.

Volksstimme: Oft wird von der gewünschten überregionalen Ausstrahlung eines künftigen Bades gesprochen. Wäre auch diese nicht vielversprechender in der City unter Einbindung des historischen Bahnhofes?

Ines Schreinert: Eine Schwimmhalle ist wichtig für den Breitensport oder Schulklassen beispielsweise. Im Sommer dagegen wollen die Leute doch lieber an der frischen Luft sein. Da spielt ein Bahnhofsgebäude, so einmalig es auch sein mag, doch keine Rolle. In dem alten Bahnhof könnte ich mir eher ein Kulturzentrum als Angebot für alle Altersgruppen vorstellen, das haben wir nämlich nicht. Aber nicht Menschen in Badebekleidung. Von Erholungsfaktor inmitten von Eisenbahn und Industrie kann doch nun wirklich keine Rede sein.