Die Versiegelung des durch blinde Zerstörungswut beschädigten Brunnens läuft auf Hochtouren. Immer wieder hatten Rowdys in der Wanzleber Innenstadt Pflastersteine aus einer Beckenumrandung herausgerissen und sie wild durch die Gegend geworfen. Mit Beginn der Bauarbeiten flogen erneut "alte" Steine durch die Luft.

Von Sabrina Krug

Wanzleben l Die blinde Zerstörungswut am ehemaligen Wasserspiel in der Wanzleber City reißt nicht ab. Während die Stadtwerke-Bauhof-Mitarbeiter das ehemalige Brunnenbecken in der Schulpromenade bereits vor Wochen mit Schotter verfüllt hatten und nun mit in Beton eingefassten Pflastersteinen versiegeln, haben aus der Fläche Unbekannte erneut einige der alten Pflastersteine gepuhlt.

Zwei Steine landeten Mitte der Woche als Geschosse nur ein paar Meter weiter in einer Straßenlaterne. Der Leuchtmittelkopf aus Glas ging dabei zu Bruch.

Die Sachbeschädigung war gestern von den Bauleuten bemerkt und der Stadt gemeldet worden. Da Vandalismusschäden jedoch nicht von der Versicherung gedeckelt werden, muss nun die Stadt und damit der Steuerzahler für die Reparaturkosten aufkommen, hieß es gestern auf Nachfrage aus dem Rathaus. Auf welche Summe sich der Schaden dieses Mal beläuft, stand gestern noch nicht fest.

Mit den jüngsten Pflasterarbeiten zur Einebnung des Beckens war bereits Montagmittag begonnen worden. Aller Voraussicht nach soll das Projekt zur Sanierung des Schandflecks morgen beendet werden. Die neuen Steine werden auf einem zehn Quadratmeter großen Areal in Beton gesetzt, damit sie nicht mehr herausgepuhlt werden können, erklärt Stadtwerke-Bauhofleiter Rüdiger Petrasch.

"Der Beton zieht schnell an, so dass die neugesetzten Steine nicht mehr herausgezogen werden können. Damit hier künftig kein einziger Stein mehr herausgerissen werden und Schaden anrichten kann, müssten auch die alten Stück für Stück einbetoniert werden", erklärt er. Die Reparatur der durch blinde Zerstörungswut beschädigten innerstädtischen Oase schlägt mit 1000 Euro ins Stadtkontor.

Um die Reparatur der Gefahrenquelle hatte CDU-Fraktionsmitglied Ernst Isensee bereits im vergangenen Jahr gebeten. Die Stadt prüfte daraufhin mehrere Sanierungsvarianten.

"Der Brunnen ist seit Jahren außer Betrieb und die Beckenumrandung bereits stark vom Vandalismus gezeichnet. Hier haben Unbekannte den Großteil der Pflasterung beschädigt, indem sie die Steine einzeln aus dem Boden gerissen haben", hatte der Wanzleber sein Anliegen erklärt.

Immer wieder hatten Rowdys die Geschosse wahllos durch die Gegend geworfen, sogar über Gartenzäune.

Sie nahmen sogar in Kauf, dass Anwohner verletzt werden könnten. Ein Hinweis auf die Übeltäter oder eine Anzeige bei der Polizei gab es bislang nicht.

Finanziert worden war das Wasserspiel vor mehr als 16 Jahren über den Stadtsanierungsfördertopf, hatte zuletzt Bauamtsleiter Olaf Küpper auf Nachfrage erklärt. Welche Summe damals der Brunnenbau verschlungen hat, konnte er nicht in Erfahrung bringen. Auch eine plausible Erklärung, weshalb der Brunnen seit Jahren außer Betrieb ist, gab es nicht. In der Wanzleber Innenstadt gibt es bis auf die historische Pumpe auf dem Marktplatz mittlerweile kein einziges Brunnen- oder Wasserspiel mehr.

 

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