Der Wahlmarathon vom Sonntag, der noch etliche Nachwehen am Montag nach sich zog, wird noch weiter gehen. Denn am 21. September werden gleich vier Nach- beziehungsweise Ergänzungswahlen stattfinden müssen.

Sülzetal l Dass bei Wahlen und ihren Ergebnissen Zahlenkünstler voll auf ihre Kosten kommen, ist kein Geheimnis. Mathematisch wird es erst recht, wenn die Sitzverteilung errechnet werden muss. Hier kommt seit Jahrzehnten das Hare-Niemeyer-Prinzip zur Anwendung.

Bei diesem Verfahren werden die zu vergebenden Sitze eines Gremiums (Ortschaftsrat beispielsweise) mit den Parteien- oder Einzelbewerberstimmen multipliziert und schließlich durch die gültigen Gesamtstimmen dividiert. Für Bahrendorf hieß das ganz konkret: Drei Sitze hat der Ortschaftsrat. Die beiden CDU-Kandidaten Matthias Kunze und Dietrich Ebering erreichten Stimmen für 2,5 Sitze, damit blieb kein "Platz" für den dritten Mann oder Frau, Brigitte Nitschke.

Ähnliche Auswirkungen hatte das Hare-Niemeyer-Prinzip in Schwaneberg. Hier erhielt Herbert-Otto Braune von der Wählergemeinschaft Schwaneberg 356 Stimmen und nahm damit mehr als zwei Sitze ein. Die Kandidaten der FDP, Axel Spengler und Bert Duderstadt, fielen damit raus.

Doch bei so kleinen Ortschaftsräten wie Schwaneberg und Bahrendorf mit nur drei Sitzen macht es sich erforderlich, dass diese drei Sitze tatsächlich auch von drei Leuten besetzt sind. Damit machen sich in diesen Orten Ergänzungswahlen notwendig, wie übrigens auch in Sülldorf. Hier hatte sich für den Ortschaftsrat mit Marco Brand (SPD) nur ein Kandidat gefunden.

In allen drei Orten muss die Konstituierung der Ortschaftsräte bis nach den Ergänzungswahlen warten. Die "alten" Ortschaftsräte bleiben so lange bestehen, war aus der Gemeindeverwaltung zu erfahren. Wie Hauptamtsleiter und Wahlleiter der Gemeinde Sülzetal, René Keller, dazu weiterhin mitteilte, habe sich die Gemeinde dazu mit dem Kreiswahlleiter abgestimmt.

Gemeinderat konstituiert sich am 10. Juli

Am 3. Juni um 18 Uhr tagt der Gemeindewahlausschuss. Danach wird das Ergebnis amtlich, bleibt das vorläufige Wahlergebnis bestehen. Und das besagt, dass im Sülzetal bei den Gemeinderatswahlen 3458 gültige Stimmzettel mit 10220 gültigen Stimmen abgegeben wurden. Dabei entfielen auf die CDU 27,7 Prozent, Die Linke 16,4 Prozent, auf die SPD 31,5 Prozent, die FDP 3,9 Prozent, Kultur- und Sportverein Osterweddingen 8,4 Prozent und auf die Wählergemeinschaft Schwaneberg 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,4 Prozent.

Steht das amtliche Wahlergebnis fest, werden alle Räte angeschrieben. Sie haben dann eine Woche Zeit, sich zu erklären, ob sie die Wahl annehmen. Die Konstituierung des Gemeinderates ist für den 10. Juli geplant. In der ersten JuliWoche soll die Konstituierung der Ortschafsräte über die Bühne gehen.