Auf dem Oschersleber Reiterhof herrschte am Wochenende ein buntes Treiben. Eigens für krebskranke Kinder aus Magdeburg und Halle und ihre Familien haben Kerstin Hemschik und zahlreiche Helfer hier ein unvergessliches Wochenende gestaltet.

Von Margarethe Bayer

Oschersleben l Am Freitag gegen 17 Uhr trafen die ersten Familien ein. Dank dem Einsatz vieler freiwilliger Helfer konnte Kerstin Hemschik nun schon zum dritten Mal ein solches Wochenende in Kooperation mit dem Reiterhof von Andrea Behrens organisieren. "Die Kinder sollen hier wenigstens für ein paar Tage ihre Probleme hinter sich lassen, um zusammen mit ihren Familien aus dem Klinikalltag zu entfliehen", sagt Hemschik über ihr Engagement. In den vergangenen Jahren habe sie junge Patienten und deren Eltern aus der Krebsstation der Uniklinik Magdeburg eingeladen. "In diesem Jahr haben wir uns vergrößert, so dass auch Kinder aus Halle mit dabei sein können", betont die Frau mit Herz für krebskranke Kinder.

Schon im Vorfeld musste dafür einiges geplant und vorbereitet werden. So fanden sich viele Privatpersonen beim Putzen des Hofes ein oder hatten beispielsweise Kuchen für die rund 50 Besucher gebacken. Aber auch einige Firmen vor allem aus der Umgebung und aus Magdeburg halfen aus. "So hat beispielsweise Andrea Behrens sechs Bungalows zum Schlafen für die Familien bereitgestellt und Manfred Kühling besorgte wegen der großen Nachfrage noch vier große Wohncontainer", erklärte die engagierte Organisatorin weiter.

Ein Wochenende voller Spiel und Spaß

Auch das Technische Hilfswerk (THW) Oschersleben hatte sich schon im Vorfeld bereit erklärt, eine Familie mit fünf Kindern und den Großeltern aus dem rund 50 Kilometer entfernten Bernburg persönlich abzuholen. Eine weitere Familie, die mit dem Zug aus Schönebeck angereist kam, wurde sogar am Oschersleber Bahnhof von Andrea Behrens mit einer Kutsche empfangen.

Nachdem auch die restlichen neun Familien mit ihren Autos angereist waren und ihre Schlafplätze bezogen hatten, begann das Wochenende am Freitag mit einem Rundgang über den Reiterhof. Hier gab es für Groß und Klein viel zu bestaunen, wie etwa eine Voltigier-Show mit vielen Pferden. Abends saßen alle Gäste mit Stockbrot gemütlich am Lagerfeuer beisammen.

Auch am Sonnabend stand einiges auf dem Programm. So konnten sich die Kinder mit den Tieren beschäftigen, die Pferde in leuchtenden Farben anmalen und über eine Hundeshow staunen. Außerdem waren verschiedene Stationen aufgebaut wie etwa das Stiefelweitwerfen. Auch Fußball und Baseball konnte gespielt werden. Für die Jüngsten wurde extra eine Hüpfburg aufgestellt.

THW sorgt mit Feuerwerk für strahlende Augen

Neben Lkw- und Kremserfahrten sorgten auch Schüler der Kreismusikschule "Kurt Masur" in Oschersleben für ein passendes Ambiente mit Live-Musik. Eine Musikschülerin stimmte einen bekannten Popsong von Nena aus dem Jahre 1983 an. Dabei wurden 99 Ballons mit den gesammelten Wünschen der Kinder in den Himmel losgelassen.

Am Abend sorgten zudem Mitarbeiter des THW mit einem Feuerwerk für strahlende Augen. Insgesamt waren an diesem Tag neben den Helfern und den zusätzlichen Tagesgästen rund 80 Personen auf dem Reiterhof.

Mit dem Sonntag fand das Wochenende schließlich seinen krönenden Abschluss. Auf Pferden und Ponys ritten die Kinder zum Oschersleber Tiergehege in den Wiesenpark. Anschließend ging es wieder zurück auf den Pferdehof. Hier gab es Dank einer Spende Pizza für alle. Am frühen Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen, was dem einen oder anderem nicht gerade leicht fiel.

Alle Kinder hatten im Verlaufe des Wochenendes auf mehreren Leinwänden ihre Finger und Handabdrücke verewigt. Noch lange werden diese Bilder an die schöne gemeinsame Zeit erinnern.

"Es ist wirklich unglaublich, wieviel wir alle gemeinsam auf die Beine gestellt haben und wie vielen Kindern wir ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnten. All das wäre ohne die Mitarbeit von so vielen Helfern einfach nicht möglich gewesen", sagte Hemschik und bedankte sich auch im Namen des Reiterhofes bei allen beteiligten Personen und verschiedenen Firmen sowie dem Oschersleber THW, dem Motorsportclub (MSC) und allen anderen Helfern für die tatkräftige Unterstützung.