Schönes, aber zugleich windiges Wetter wünschen sich die Mitglieder des Wulferstedter Mühlen-Fördervereins für den Pfingstmontag. Am Deutschen Mühlentag wollen sie beweisen, dass ihr "altes Mädchen" noch funktioniert.

Wulferstedt l Gut drei Wochen ist es erst her, dass die Techniker David Wippich und Ulf Rathke aus der Altmark das Lager der Flügelachse, den sogenannten Katzenstein der Wulferstedter Bockwindmühle am Knielweg erneuert haben. Beim "Katzenstein" handelt es sich um ein etwa 80 Kilogramm schweres Stück aus Granit, auf dem ein Teil der Flügelachse gelagert ist. Diese kann sich nun wieder wie geschmiert in ihrem Lager drehen. "Und weht am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, ein ordentliches Lüftchen, können Besucher verfolgen, wie in der Mühle Getreide zu Schrot gemahlen wird", berichtet Irina Weiher, Vorsitzende des Fördervereins der Wulferstedter Bockwindmühle.

Die Reparatur des Lagers hat den Förderverein in seinem Vorhaben, das Areal, auf dem die Mühle steht, mit Strom zu versorgen, wieder zurückgeworfen. "Das muss nun warten. Auch wenn wir einen Großteil in Eigenleistung erbringen und selber schachten - die Materialkosten werden weit mehr als 1000 Euro verschlingen. Dafür müssen wir nun erst wieder sparen."

Auch ein neuer Zaun werde gebraucht, dieser ist, genau wie die alte Mühle, in die Jahre gekommen und inzwischen wohl mehr als 20 Jahre alt. Eine Erneuerung sei unumgänglich. "Die Gemeinde Am Großen Bruch unterstützt uns so gut sie kann. So haben wir 2000 Euro für einen neuen Zaun bekommen. Die genannte Summe ist der Grundstock dafür, dass wir Fördermittel beantragen können", berichtet die Fördervereinsvorsitzende.

Für den anstehenden Mühlentag am Pfingstmontag müsse wieder ein Notstromaggregat herhalten, sorgt die Feuerwehr für das notwendige Wasser, um beispielsweise Kaffee kochen zu können. "Etliche Frauen im Ort kochen wieder Kaffee vor, aber für einen ganzen Tag reicht dieser Vorrat eben nicht", meint Irina Weiher. Sie weiß, dass sie sich wieder auf viele fleißige Hausfrauen verlassen kann, die auch reichlich Kuchen backen.

Auch wenn die Vorbereitung des Mühlentages für die gerade neun aktiven Mitglieder und drei Ehrenmitglieder eine anstrengende Zeit ist: Diesen Tag wollen sie sich nicht nehmen lassen und gern präsentieren sie ihre "alte Dame". Zumal das Lob der Besucher wahre Streicheleinheiten sind und Mut macht zum Weitermachen.

Am 25. Mai kann die Wulferstedter Bockwindmühle von 10 bis 18 Uhr genauer unter die Lupe genommen werden. Es wird geschrotet. Und es soll wieder Segeltuch auf die Flügel der Mühle gespannt werden. "Das macht wiederum Gustav Lauenroth. Das Spannen des Tuches verfolgen die Gäste stets mit Staunen, und sie beoachten genau, wie Gustav geschickt in die Flügel klettert", berichtet Irina Weiher.

"Wir staunen immer wieder, wo die Leute überall herkommen", weiß sie aus den Erfahrungen der Vorjahre weiter zu berichten.

Mit dem Start in die neue Woche begannen zahlreiche vorbereitende Arbeiten. Haben die Stadtarbeiter Jörg Ratayczak und Torsten Bock außen am Zaun entlang gemäht, im Innern ist es Sache der Vereinsmitglieder und fleißiger Helfer, hier alles für den großen Tag vorzubereiten. So ist unter anderem auch ein Imbisstand im Entstehen. "Hier oben weht doch immer ein frisches Lüftchen, da ist es für die Helfer, die Kaffee, Kuchen und Grillwurst verkaufen, doch besser, wenn sie etwas Schutz in dem Stand finden", meint die Vereinschefin.

In jedem Fall dürfen sich die Besucher auch wieder auf einen Schlag Erbsensuppe zum Mittag freuen. Iris Kaatz hat bereits zugesichert, dass sie davon wieder reichlich kochen wird.

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