#NULL#Dreharbeiten sorgten für Aufregung bei den AWOlinos - den Zirkuskindern der Betreuungsgruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie wurden beim Schminken und bei ihren Auftritten gefilmt. Der Spot entsteht im Auftrag der "Aktion Mensch", die das Zirkus-Projekt finanziell fördert. Im Zweiten Deutschen Fernsehen soll er ausgestrahlt werden.

Oschersleben. Petra Sandvoss setzt den Pinsel an und schminkt Michael-Patrick den roten Mund zurecht. Der 14-Jährige kann sich nicht verkneifen, doch mal in die Kamera hinüberzulächeln, die das Geschehen verfolgt. Gehalten wird sie von Mirko Schernickau, einer von vier Mitarbeitern einer Produktionsfirma, die kürzlich bei den AWOlinos vorbeischauten, um von einem ihrer Auftritte Bilder für einen Spot aufzunehmen.

Die AWOlinos - das sind Mädchen und Jungen aus der AWO-Betreuungsgruppe für Kinder aus sozial schwachen Familien. Trainieren sie normalerweise einmal wöchentlich auf dem Hinterhof der Breitscheidstraße, ließen sie diesmal in der Turnhalle der Puschkin-Schule Reifen, Bälle und Farbbänder durch die Lüfte fliegen. Für den Besuch der Produk- tionsfirma sollte es einen richtigen Auftritt geben - vor Publikum.

Zwei bis drei Stunden stapften Kameramann Mirko Schernickau und seine Mitstreiter Tim Gorbauch, Henrik Eichmann und Dominik Buschardt durch die Manege und verfolgten die Vorbereitungen sowie die Auftritte.

"Es geht darum, Emotionen einzufangen"

"Es geht uns vor allem da-rum, Emotionen einzufangen", erläutert Tim Gorbauch als Regisseur, das Lachen der Kinderaugen im Publikum genauso wie bei den jungen Artisten, die sich über gelungenes Jonglieren oder witzige Pointen in ihren Ansagen freuten. Michelle zum Beispiel hatte vor der Vorstellung noch fleißig geübt. Die 14-Jährige meinte zwar, sie sei vor einem Auftritt eigentlich nie aufgeregt. Als das gemeinsame Jonglieren im Takt mit Zirkusdirektor "Caro Curioso" vor Publikum und Kameralinse gelang, wirkte sie aber doch erleichtert und erfreut zugleich. "Caro Curioso" heißt im richtigen Leben Jens Klamm und übt als Projekt-Betreuer mit den Kindern seit etwa einem Jahr, die immer noch sagen, dass der Zirkus "cool" sei.

Lust und Laune haben sie wie zu Beginn, und Klamm studiert mit ihnen immer neue Übungen ein. Das beobachtet auch AWO-Vorstandsvorsitzender Andreas Schmidtgen, der froh ist, die Mädchen und Jungen mit diesem Projekt zu begeistern: "Ich hatte wirklich Befürchtungen, ob es klappt, dass die Kinder kontinuierlich dran bleiben. Aber es hat alle Erwartungen übertroffen." Mit den AWOlinos soll so auch künftig eine feste Größe im kulturellen Leben der Bodestadt etabliert werden, wo sie noch bei vielen Bühnenauftritten zu sehen sein sollen.

Zu sehen sind die Nachwuchsartisten zunächst allerdings im Zweiten Deutschen Fernsehen, wenn der Werbefilm für "Aktion Mensch" gezeigt wird. Der Ausstrahlungstag ist noch offen. Fest steht, dass ein Millionen-Publikum vor den Mattscheiben erfährt, was mit dem Geld der "Aktion Mensch" passiert. Das Zirkus-Projekt erhielt knapp 4000 Euro vom "Aktion-Mensch"-Programm DieGesellschafter.de.

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