Unterstützung für das Schwimmbad in Niederndodeleben durch die Gemeinde Hohe Börde hat der Niederndodeleber Ortsbürgermeister Wolfgang Schmid am Dienstag im Gemeinderat gefordert. Anlass waren jüngste Diskussionen im Kulturausschuss des Gemeinderates gewesen. Träger des Niederndodeleber Freibads ist der Schwimmbadverein "Schrotetal".

Niederndodeleben/Nordgermersleben. Zunächst beklagte Ortsbürgermeister Wolfgang Schmid, dass im Gemeinderat Hohe Börde die Vorsitzenden der Ratsauschüsse nicht mehr über die Ergebnisse der jüngsten Sitzungen berichten.

Kaum Informationen aus den Ausschüssen

"So war es früher bei uns im Niederndodeleber Gemeinderat nämlich üblich gewesen. Ich habe gehört, dass es laut Meinung des Kulturausschusses keine Gleichbehandlung zwischen dem Ökobad in Nordgermersleben und dem Schwimmbad in Niederndodeleben geben soll und möchte die Gemeinde dringend darum bitten, etwas für den Erhalt unseres Bades zu tun und den Schwimmbadverein als Pächter – auf welche Weise auch immer – zu unterstützen", erklärte Wolfgang Schmid und ergänzte: "In fast allen Ortschaften der Gemeinde Hohe Börde gibt es Dorfgemeinschaftshäuser, deren Unterhaltung und Betrieb durch öffentliche Gelder der Gemeinde mit finanziert werden. Niederndodeleben als die mit Abstand größte Ortschaft der Hohen Börde besitzt kein Dorfgemeinschaftshaus. Dafür haben wir ein Schwimmbad von überörtlicher Bedeutung, das auch von anderen Gemeindebürgern genutzt wird. Entweder sind wir nun eine Gemeinde oder nicht. Ich möchte diese Diskussion einfach mal anstoßen. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Schwimmbadvereins müssen enorme Arbeit leisten, um jedes Jahr die Badesaison zu ermöglichen. Viele Sponsoren haben bisher geholfen, das Bad zu erhalten. Jetzt muss auch die Gemeinde etwas dafür tun."

Laut Volksstimme-Informationen sind auch Vorschläge im Gespräch, dass der Schwimmbadverein auf Grundlage der geplanten Regelung für die Vereinszuschüsse in den Ortschaften unterstützt werden könnte. Ein Passus dieser noch nicht beschlossenen Regelung sieht vor, dass Vereine, die bisher selbst die Betriebs- und Unterhaltungskosten tragen, einen Antrag auf Zuschuss beim Kulturausschuss der Gemeinde stellen können.

Andere Vereine haben bereits gültige Verträge für die Bezuschussung für Betriebs- und Unterhaltungskosten. Diese Verträge wurden vor der Bildung der Einheitsgemeinde (2010) geschlossen und haben bis maximal 2014 Bestand.

Mehr Fakten sind vor Entscheidung nötig

Der Kulturausschussvorsitzende der Hohen Börde, Klaus Ehlers, meinte gestern zu Schmids Kritik: "Ja, wir haben mit Vertretern des Schwimm- badvereins aus Niederndodeleben im nichtöffentlichen Teil unserer letzten Sitzung in Eichenbarleben gesprochen. Und: Ja, es gibt Unterschiede zwischen dem Ökobad in Nordgermersleben und dem Freibad in Niederndodeleben. Das Ökobad in Nordgermersleben ist mit erheblichen öffentlichen Fördermitteln gebaut worden und muss in einem festgelegten Umfang auch betrieben werden. Über das Schwimmbad Niederndodeleben haben wir noch nichts entschieden. Wir brauchen noch Zahlen, Fakten und Konstellationen, dann wollen wir uns als Ausschuss positionieren. Wir bleiben mit dem Schwimmbadverein im Gespräch."

Anfang der Woche hatte der Vorsitzende des Schwimmbadvereins, Florian Pötzsch, versichert, dass das Schwimmbad 2011 auf jeden Fall eröffnet werden soll. Unterstützung von der Gemeinde würde dabei auf jeden Fall helfen.