Der Ummendorfer Trachten- und Brauchtumsverein hatte am Wochenende zum beliebten "Plattdeutschen Kaffeeklatsch" alle Bewohner des Ortes und der Umgebung eingeladen. Das Motto des Nachmittages war die Taufe. Als Gastrednerin zu diesem Thema hatte der Verein einmal mehr die "Plattspräkerin" und Autorin Eva Brandt gewinnen können.

Ummendorf. Noch bevor Reinhard Ahrend im Namen der Gastgeber zur Begrüßungsrede ansetzte, erfreuten sich die Anwesenden an den ausgestellten Taufkleidern, Taufbriefen und Geschenken, darunter silberne Löffel und Becher. Auch Patenbriefe und ein alter Kinderwagen mit Puppen konnten bewundert werden.

Das Brauchtum der Taufe ist eine Bitte an Gott um den Segen für das Kind und Vorbereitung zur Aufnahme in die christliche Gemeinde. Die Taufe ist fast so alt wie unsere Zeitrechnung und hat sich in den Jahrhunderten sowie den bestehenden Glaubensrichtungen immer wieder verändert. So war es nur natürlich, dass Eva Brandt in Ihren Ausführungen auch in der Geschichte zur Taufe etwas zurückging und einen großen Bogen bis zu den Großeltern der Zuhörer spannte. So erfuhren die Gäste, dass der Täufling seinen Namen von den Paten bekam und was es mit der Patenschaft auf sich hat. Auch die Gaben für den Täufling und die anschließende Feier wurden in den Ausführungen von Eva Brandt erwähnt.

Mit einem Augenzwinkern kamen auch die Namen der Täuflinge, die auch immer ein Spiegelbild der Zeit sind, nicht zu kurz. So ist es hierzulande nicht üblich, den Kindern Städtenamen zu geben. Eine Besonderheit bildeten die häufig sehr zahlreichen Vornamen der Adligen – bestes Beispiel hierfür sei unser derzeitiger Verteidigungsminister, der es auf zehn bringt.

Nach so viel Wissenswertem rund um die Taufe war es Zeit für das gemeinsame Kaffeetrinken. Bei Gedichten und einer großen Auswahl an selbstgebackenem Kuchen ließen es sich die mehr als 80 Teilnehmer, darunter auch die Mitglieder des befreundeten Heimatvereins "Born am Berge" aus Barneberg, an diesem Plattnachmittag so richtig gut gehen.

Die Zeit verging wieder wie im Fluge

Mit heiteren kleinen Geschichten zur Taufe trugen Wilfried Duwald, Helmut Schwitzer und der Vorsitzende des Barneberger Heimatvereins, Joachim Meier, zur Unterhaltung bei. Werner Prier wusste zu berichten, dass in Ummendorf alle Täuflinge nach 25 und 50 Jahren zu einem Taufgottesdienst in die örtliche Kirche eingeladen werden. Die Pflege von Tradition und Brauchtum werde im Ort eben groß geschrieben.

Wieder einmal verging die Zeit im Ummendorfer Dorphuus wie im Fluge. Alle Teilnehmer haben diesen Nachmittag, bei dem auch Zeit zum Plaudern und gegenseitigen Kennenlernen bestand, sichtlich genossen und freuen sich schon jetzt auf die nächste gemeinsame Veranstaltung.

Die Vorsitzende des Trachten- und Brauchtumsvereins, Kerstin Blume, bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Plattnachmittags beitrugen, speziell bei Ehrengast Eva Brandt.

 

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