Der Kreissportschützenverband "Börde von 1990" hatte am Sonnabend seine 34 Mitgliedsvereine aus dem alten Bördekreis nach Hamersleben zum Kreisschützentag 2011 eingeladen. Als Ehrengäste statteten Landrat Thomas Webel und Kurt Flohr, Präsident des Kreissportschützenverbandes Ohrekreis und Vizepräsident des Landessportschützenverbandes, den Börde-Schützen einen Besuch ab.

Hamersleben. Als Vorsitzender des gastgebenden Schützenvereins Hamersleben von 1819 begrüßte Thomas Kassekert Vertreter von 27 Schützenvereinen aus dem alten Bördekreis zum Kreisschützentag 2011 im Schützenhaus. Im Kreissportschützenverband "Börde von 1990" sind 34 Schützenvereine mit 1 289 Mitgliedren organisiert. Der Kreissportschützentag war mit der erreichten Beteiligung beschlussfähig.

In seinem Grußwort hob Landrat Thomas Webel hervor, dass die Schützenvereine im gesellschaftlichen Leben in den Städten und Dörfern des Kreises einen hohen Stellenwert haben. Im Namen der Menschen, die im Landkreis Börde leben, bedankte sich Webel für dieses Engagement. "Schützen sind anständige Menschen, die sich dem Sport, der Brauchtumspflege, ihren Schützenhäusern und dem Nachwuchs widmen", sagte er mit Blick auf die in der Gesellschaft mitunter fehlende Akzeptanz für das Schützenwesen. Die werde immer wieder geschürt, wenn Menschen mit Sportwaffen Verbrechen begehen. Webel gab zu bedenken, Waffen seien ein sensibles Thema. In einer offenen Gesellschaft, wie der in der Deutschland, sei es jedoch nahezu unmöglich, derartige Verbrechen zu verhindern.

"Kein Waffenmonopol für Verbrecher", forderte Kurt Flohr, Präsident des Kreissportschützenverbandes Ohrekreis und Vize-Präsident des Landessportschützenverbandes Sachsen-Anhalt. Schützen müssen verdachtsunabhängigen Kontrollen durch den Staat zustimmen, um ihren Sport überhaupt ausüben zu dürfen. Damit würden sie einen Teil ihrer Grundrechte, dem nach dem Schutz ihrer Wohnung, aufgeben müssen. Kriminelle, die mit Waffen Verbrechen begehen, würden davon verschont bleiben.

Zu Beginn des Kreisschützentages erhoben sich die Schützen und ihre Gäste von den Plätzen, um die Totenehrung vorzunehmen. Sie betrauerten ihre verstorbenen Mitglieder Hermann Hintze (SG Trappenland Kroppenstedt), Antje Timm (SV Beckendorf-Neindorf) und Joachim Bestehorn (SV Hordorf) sowie die beim Zugunglück in Hordorf getöteten zehn Menschen.

"Am 12. Januar 2011 hatten wir 1 289 Mitglieder. Damit hatten wir neun Mitglieder weniger als im Jahr davor. Wir können erkennen, dass die Verluste weniger geworden sind. Ich hoffe, dass wir in Zukunft eine ansteigende Mitgliederzahl erreichen", sagte Günter Sonnenburg, Präsident des Kreissportschützenverbandes "Börde von 1990", in seinem Rechenschaftsbericht. Auf die schwierige Nachwuchsgewinnung in den Schützenvereinen ging auch Kreisjugendleiterin Kerstin Melchert ein. "Die Mitglieder in unseren Vereinen werden immer älter. Wir müssen etwas mit der Jugend unternehmen", forderte sie. Ohne dabei jedoch ein Patentrezept für eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung in der Hinterhand zu haben. Ein Punkt, den die Schützenvereinsvertreter in der Diskussion beim Kreissportschützentag bekräftigten und nach Lösungen suchten.