Stadt Wanzleben – Börde (skr). Die Wanzleber Feuerwehr ist nach Angaben von Sven Nevermann auch auf eventuelle Chemieunfälle vorbereitet. Aus diesem Grund stehe regelmäßig auch die ABC-Ausbildung (ABC steht für atomare, biologische und chemische Unfälle) auf der Tagesordnung. So auch am vergangenen Wochenende.

Verantwortlich für den Ausbildungstag war der stellvertretende Ortswehrleiter Kamerad Patrick Streich. Theoretisch und praktisch trainierten die Einsatzkräfte die Vorgehensweisen bei Gefahrguteinsätzen auf dem Gelände des Wanzleber Agrarservice.

Das angenommene Einsatzszenario: Bei Umfüllarbeiten ist aus einem Saugwagen eine unbekannte Flüssigkeit gelaufen. Diese war offensichtlich gefährlich, denn neben dem Fahrzeug lag eine nicht ansprechbare Person. Im Führerhaus des Lkw war ein Fahrer erkennbar. Auch der war offensichtlich ohne Bewusstsein. Der Motor des Fahrzeugs lief. "Umgehend wurde der Angriffstrupp unter Atemschutz zur Lageerkundung eingesetzt", erklärte Sven Nevermann das weitere Vorgehen.

Mit Hilfe der Besatzung des Einsatzleitwagens wurde der chemische Stoff identifiziert und alle weiteren Maßnahmen darauf abgestimmt. Weiterhin wurde mit der Rettung des Fahrers begonnen. Diese stellte sich schwierig dar, da die Person vorsichtig aus dem höhergelegenen Führerhaus befreit werden musste. Da sich der Motor nicht mit dem Zündschlüssel ausstellen ließ, mussten die eingesetzten Kräfte ersteinmal den "Notausschalter" finden, der in jedem Gefahrguttransportfahrzeug eingebaut ist. Zwischenzeitlich hatten weitere Kräfte mit Hilfe von Steckleiterteilen und einer Kunststoffplane einen Notdekontaminationsplatz aufgebaut. Hier wurden im Anschluss an ihren "Einsatz" die eingesetzten Kräfte mittels der Schnellangriffseinrichtung des TLF dekontaminiert. An diesem Punkt endete diese Ausbildungseinheit. Ausbilder und Ausgebildete zeigten sich zufrieden.