Gegen eine geplante Broilermastanlage in Hohenodeleben hat sich jetzt eine Bürgerinitiative gegründet, nach dem in der vergangenen Woche eher beiläufig im Amtsblatt der Einheitsgemeinde unter der Rubrik "Bekanntmachungen" durch das Landesverwaltungsamt darüber informiert wurde. Eine Unterschriftensammlung läuft inzwischen, teilten Anwohner mit.

Hohendodeleben. Die alten Anlagen am westlichen Ortsrand von Hohendodeleben sollen ab dem II. Quartal wieder zur Geflügelhaltung genutzt werden. In einem Brief an die Volksstimme teilten Margit Vogel und Birgit Weißmeyer von einer neu gegründeten Bürgerinitiative ihren Unmut über die zu erwartetenden Umweltbelastungen mit: "Wir nehmen dies so nicht hin. Darf es noch ein wenig mehr an Gestank, Staub und Verkehr sein?", heißt es in dem Schreiben der Hohendodeleber und weiter: "Zwar gibt es dann keine Käfighaltung mehr, dafür werden aber wesentlich mehr Legehennen oder Broiler in den Hallen gehalten. Bei einer Broileraufszucht müssen sich 24 Tiere einen Quadratmeter Bodenfläche teilen. Es sollen insgesamt 98 740 Hähnchen gehalten werden, die in 33 Tagen ihr Schlachtgewicht erreicht haben."

Laut Bürgerinitiative seien das 30 000 Tiere mehr, als vorher in den Hallen untergebracht waren. "Nach diesen 33 Tagen erfolgt eine Aus- und Neueinstallung. Der Trockenkot soll zweimal wöchentlich abgefahren werden. Der Transport erfolgt über die Kreisstraße K 1223 über die Ortschaften Hohendodeleben und Domersleben. Die Abluft aus den Hallen wird durch Ventilatoren nach außen befördert", informierte die Bürgerinitiative.

In der Beschreibung für die Planung stehe, dass mit einer zu erwartenden Emission an Ammoniak , Lärm und Staub in einem Radius von einem Kilometer zu rechnen sei. "Wir denken aber, bei Westwind wird der Geruch in der gesamten Ortschaft von Hohendodeleben zu spüren sein. Bei einer Haltung von Legehennen werden zwar ,nur‘ 73 440 Tiere eingestallt, das sind aber immer noch 13 000 Tiere mehr als bei der vorherigen Käfighaltung", erklärten die beiden Hohendodeleberinnen. Diese Tiere sollen dann in einem Etagensystem – Volieren gehalten werden. "Das ist nach unserer Meinung aber auch nur Käfighaltung", meinen die Anwohner weiter.

In ihrem Protest heißt es weiter: "Durch die große Besatzdichte ist für unseren Ort auch eine größere Geruchs- und Staubbelästigung zu erwarten. Reicht es nicht, dass die Kompostierungsanlage und die Autobahn unser Leben belastet? Müssen wir uns jetzt noch eine Geflügelgroßanlage aufbürden lassen? Was kommt als nächstes? Selbst von der etwas weiter entfernten Schweinemastanlage in Wanzleben werden wir bei ungünstigem Wind vom Gestank belästigt." Die Anwohner befürchten erhebliche Einschränkungen durch die geplante Geflügelanlage.

Einwendungen gegen das Vorhaben können schriftlich noch bis einschließlich 5. April im Landesverwaltungsamt oder beim Hauptamt der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde eingereicht werden. Der öffentliche Erörterungstermin ist für den 7. Juni 2011 im Saal Coerdt festgelegt.