Die Polizei sucht nach dem vereitelten Diebstahl von Diesel auf dem Gelände der Agrar GmbH in Blumenberg nach Zeugen, die in der Nacht zum Montag eines der Täterfahrzeuge im Vorfeld beobachtet haben. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um professionelle Diebe handelt. Darauf lassen die sichergestellten Utensilien und die Vorgehensweise schließen. 5000 bis 8000 Liter hätten die Täter mit der zurückgelassenen Technik erbeuten können.

Blumenberg. Noch werden die drei von der Polizei in der Nacht zum Montag auf dem Gelände der Agrar GmbH Blumenberg sichergestellten Fahrzeuge der Dieseldiebe genau untersucht. Doch schon jetzt steht fest: Die Täter waren absolute Profis und hatten den Diebstahl offenbar genauestens geplant. Darauf lässt auch die Technik schließen, die von den Ganoven auf der Flucht zurückgelassen wurde. Dazu zählte eine mit Batterie betriebene Pumpe und große Kanister sowie Fässer mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 5000 bis 8000 Litern. Für die Ermittler steht damit fest, dass es nicht um den Eigenbedarf der Kriminellen ging, sondern der Treibstoff weiterverkauft werden sollte. Nach den marktüblichen Preisen hätten die Täter somit in der Nacht mehr als 11 000 Euro erbeuten können.

Doch dazu kam es nicht, weil sich der Eigentümer der Firma einen Dieseldiebstahl auf seinem Gelände nicht zweimal gefallen lassen wollte. Die Täter lösten stillen Alarm aus, und so schnappte die Falle zu. Die eintreffenden Polizeibeamten überraschten die Täter und konnten sie zumindest an der Flucht mit den Fahrzeugen hindern. Da das Gelände unbeleuchtet und weiträumig ist, gelang es den Dieben dennoch, zu Fuß zu entkommen. Für die Polizei ist es trotzdem ein Fortschritt. "Wir haben jetzt eine Reihe von Ermittlungsansätzen und Spuren, die uns zu den Tätern führen können", erklärte gestern Polizeisprecher Joachim Albrecht auf Nachfrage. Konkrete Hinweise wie Papiere oder andere Schriftstücke, die auf die Herkunft der Täter schließen könnten, fanden die Beamten aber nicht. Dennoch mussten die Diebe herbe Verluste in Kauf nehmen. Neben der Beute haben sie auch ihre gesamte Ausrüstung verloren.

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Agrar GmbH am Osterwochenende nicht das erste Zielobjekt auf dem Streifzug der Ganoven durch die Einheitsgemeinde war. So sind nach bisherigen Erkenntnissen im gleichen Tatzeitraum aus zwei auf einem Betriebsgelände in Wanzleben abgestellten Lkw rund 150 Liter Diesel abgezapft worden. "Da prüfen wir gerade einen Zusammenhang mit der Tat in Blumenberg", so Joachim Albrecht. Ein weiterer Anhaltspunkt könnte auch der kurz nach dem vereitelten Blumenberger Dieseldiebstahl vor einem Wanzleber Wohnblock gestohlene Ford Fiesta sein.

Die Beamten sind sich inzwischen fast sicher, dass die drei Männer auf der Flucht den älteren Pkw in der Goethestraße aufgebrochen und für ihre Weiterfahrt benutzt haben. Nach Angaben von Joachim Albrecht sei das Fahrzeug noch nicht wieder aufgetaucht. Möglicherweise ist es noch immer im Besitz der Täter.

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, denen eines der Fahrzeuge bereits vor dem Diebstahl in Blumenberg oder Wanzleben aufgefallen ist. Möglicherweise sind die drei Männer auch bei der Flucht zu Fuß anderen Zeugen aufgefallen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Polizeisprecher Joachim Albrecht rät, Fahrzeuge (auch Baumaschinen) über Nacht möglichst mit wenig Kraftstoff abzustellen.

 

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