Ramona Schulze ist im vergangenen Jahr nach Kroppenstedt gezogen. So hat sie zwar ihren Wohnort gewechselt, ist aber ihrem liebsten Hobby treu geblieben: dem Boxen. Gemeinsam mit Sascha Jablonski aus Ochtmersleben will sie Boxen für Kinder und Jugendliche in Kroppenstedt anbieten.

Kroppenstedt. "Wir laden zu einem Schnuppertraining am Sonnabend ein und wollen schauen, wie es angenommen wird", erklärt Ramona Schulze. Die 39-Jährige boxt selbst seit fast 20 Jahren und sieht darin ihren Ausgleich. Als lizensierte Trainerin ist sie haupt- oder ehrenamtlich ebenso lange tätig und will das in ihrem neuen Wohnort fortsetzen.

Den Impuls gaben die Kroppenstedter selbst. "Mütter haben mich angesprochen, ob ich nicht ein solches Training anbieten könnte", berichtet sie, wie der Stein ins Rollen kam, und nun freut sie sich auf morgen. "Wer vorbeikommen möchte, sollte als Grundvoraussetzung eine gute Fitness haben, muss ansonsten nur Turnsachen mitbringen, vor allem aber sportliches Interesse und Lust zum Mitmachen", lädt sie gemeinsam mit Sascha Jablonski ein.

Geplant sind Koordina-tions-, Spring- und Lauf-übungen, um spielerisch an das Boxen heranzuführen. Jablonski: "Man kann so viele Übungen gerätelos absolvieren, zum Beispiel die Koordination und die Kraft schulen. Damit fangen wir erstmal an."

Der 46-Jährige hat das Kickboxen erlernt und trainiert als lizensierter Boxtrainer Kinder und Jugendliche seit Mitte der 90er Jahre – wie Ramona Schulze ebenfalls in Magdeburg. Beide begeistert am Boxsport, sich auszupowern. Ramona Schulze: "Es ist nicht der Kampf, der mich reizt, sondern die körperliche Ertüchtigung."

Und Jablonski, der derzeit auch eine Ausbildung zum Anti-Gewalt-Trainer absolviert, sieht im Boxen eine Möglichkeit, Aggression ganz gezielt und zivilisiert abzubauen. Aggression, da ist Jablonski überzeugt, die jeder Mensch im Alltag hin und wieder anstaut.

Dabei, das betont Ramona Schulze, gehe es beim Boxtraining vor allem um Taktik und gute Technik, um bei Kämpfen nach Punkten zu gewinnen. "Wir vermitteln olympischen Boxsport", erklärt sie. Dabei gehe es nicht um K.-o.-Siege. Das gehöre ins Lager des Profi-Boxens und damit habe ihr Boxtraining nichts zu tun. "Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied", macht sie klar. "Deshalb sehe ich das nicht als Gewaltverherrlichung. Die Kinder und Jugendlichen lernen bei uns vielmehr Disziplin." Und gegenseitigen Respekt, wie Sascha Jablonski ergänzt. In den Ring steigen und loslegen, gebe es bei den beiden daher nicht.

Bei guter Resonanz Aufnahme in Sportverein

Läuft es gut und interessieren sich genügend Mädchen und Jungen für regelmäßiges Training bei den beiden gebürtigen Magdeburgern, könnte es bald einen offiziellen Boxclub in Kroppenstedt geben. Der Sportverein "SC Germania 90 Kroppenstedt" hat signalisiert, den Boxtrainern eine Heimstatt zu bieten. Vorsitzender Frank Moldenhauer zur Volksstimme: "Wenn das gut angenommen wird, haben wir vor, das in unserem Verein aufzunehmen."