Wie viele andere Gemeinden auch, muss died Einheitsgemeinde Sülzetal sparen. Um das Defizit im Haushalt zu stopfen, musste auch ein Konsolidierungskonzept beschlossen werden. Doch der Gedanke, die Vereine an den Betriebskosten von Bürgerhäusern und Sportstätten zu beteiligen, ist schon viel älter als das Konsolidierungskonzept. Diskutiert wurde über die angedachte Beteiligung schon oft und lange, ohne auf den Punkt zu kommen.

Altenweddingen. Und wieder wird in den nächsten Wochen eine schwierige Diskussion zu diesem Thema anstehen, dass wurde in der Ortschaftsratssitzung am Montagabend in Altenweddingen deutlich. Hier stand das Thema "Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten" auf der Tagesordnung. Altenweddingens stellvertretender Ortsbürgermeister Friedrich Rabe, der die Sitzung leitete, bezeichnete die angestrebte Beteiligung der Vereine als "reine Notmaßnahme".

Bereits vor einigen Wochen bekamen die Vereine von der Gemeindeverwaltung ein Stück Papier zugearbeitet, auf dem die Betriebskosten der vergangenen Jahren aufgelistet sind. Damit wissen die Vereine, wo sie stehen.

Schwierig gerechten Modus zufinden

Wie aber das Modell zum Sparen und die Beteiligung der Vereine aussehen soll, weiß im Moment wohl noch niemand so richtig. Friedrich Rabe sprach von einer Fix-Summe, die pro Verein festgelegt wird. Diese Summe würde auf der Grundlage der bisherigen Betriebskosten basieren. Alles, was darüber hinaus verbraucht wird, sollten die Vereine selbst bezahlen oder sich zumindest beteiligen. Was aber würde das für die Finanzierung der Vereine künftig bedeuten?

Wie schwierig es ist, einen gerechten Modus allen Vereinen gegenüber zu finden, machte allein die Diskussion in Altenweddingen deutlich, an der sich zwei völlig verschiedene Vereine beteiligten.

Da ist zum Einen der "große" Sportverein mit mehreren "Betriebsstätten", beispielsweise mit der Turnhalle, mit dem Billardsaal oder dem Clemens-Fendler-Sportforum. Vereinspräsident Uwe Eckart stellte erst einmal generell in den Raum, "was er mit dem Schreiben der Verwaltung überhaupt soll?" Gleichzeitig verwies er in puncto Turnhalle am Sportforum darauf, dass man hier den Verein nicht mit den Betriebskosten belasten könne, so lange das "Luftschloss", wie es in der späteren Diskussion bezeichnet wurde, nicht saniert sei. "Ich bin der Meinung, dass mit allen Vereinen offen und ehrlich gesprochen werden sollte. Es kann nicht sein, dass jeder Einzelne in die Verwaltung gerufen und dann wie auf einem Basar verhandelt wird. Ich verhandele nicht", so der Sportvereinschef. Und damit meint er nicht nur die "Verhandlungen" mit der Gemeinde. Es bleibe im Sportverein Altenweddingen dabei, dass die Mitglieder ihren Beitrag nicht danach entrichten, wie kostenintensiv ihre Sportart ist. Damit fuhr der Vereinschef Ortschaftsrat Jens Hempel in die Parade, der die riesigen Differenzen zwischen den Abteilungen im Verein ansprach.

"Das Anzapfen der Vereine ist ein Rückschritt", meinte schließlich Dr. Klaus Ristau als Vertreter des Heimatvereins Altenweddingen. "Es bleibt in jedem Fall was auf der Strecke." Dass in Zeiten einer schwierigen Haushaltslage gespart werden muss, ist dem Vorstandsmitglied des Heimatvereins schon klar, doch sich "Geld durch die Sparsamkeit der Vereine zu erschließen", halte er für falsch. Dennoch findet er es wichtig, die Vereine zur Sparsamkeit zu erziehen. Noch wichtiger und wohl auch schwieriger ist es aber für ihn, einen Modus zu finden, der die Unterschiedlichkeit der Vereine und ihrer Vereinsarbeit berücksichtigt.

"Der Heimatverein Altenweddingen finanziert sich fast ausschließlich aus den Beiträgen der Mitglieder und das sind zumeist Rentner. Mit den Mitgliedsbeiträgen können die Betriebskosten für Döbbel-Haus gedeckt werden. Doch bei all den Diskussionen um das Sparen sollte man niemals vergessen, welche ehrenamtliche Arbeit hier geleistet wird. Das sind in unserem Fall 1 600 Stunden, 25 Stunden pro Mitglied, pro Jahr", so Klaus Ristau. Auch er forderte schließlich, dass es bei den künftigen Diskussionen zu diesem Thema öffentlich und fair zugehen sollte.

Sozialausschuss legt weitere Schritte fest

Bis zum 31. Januar hatten die Vereine Zeit, sich mit den von der Verwaltung erarbeiteten Zahlen zu beschäftigen. Die Schreiben dienten einzig und allein der Information, wie Sozialausschussvorsitzende Jutta Spurek nochmals verdeutlichte. Der Sozialausschuss, der in derkommenden Woche zusammenkommt, wird nun die nächsten Schritte festlegen, wie es zum Thema Betriebskosten/Freiwilligen Leistungen der Gemeinde weiter verfahren wird.