Der Oschersleber SPD-Stadtrat René Herbert will einen Förderverein für den Wiesenpark ins Leben rufen. Er sucht Mitstreiter, die ebenso wie er am Erhalt des Heimatzoos auf lange Sicht interessiert sind.

Oschersleben. René Herbert charakterisiert sich selber als "tierverliebt". Im Büro des Bauingenieurs im Schatten der Oschersleber Marktkirche St. Nicolai flitzt im Gehege ein Meerschweinchen lebensfroh hin und her. Im Garten seines Wohnhauses in der Kornstraße steht ein Gehege für Hasen. "Mein Sohn Leon und ich sind oft in den Tiergehegen unserer Region unterwegs. Natürlich steht der Wiesenpark in unserer Beliebtheitsskala ganz oben", sagt Herbert, der für die SPD im Oschersleber Stadtrat sitzt.

Aus dieser Tierverliebtheit ist ihm die Idee gekommen, doch für den Oschersleber Wiesenpark einen Förderverein zu gründen. Noch stehe der Heimatzoo nicht wegen der angespannten Haushaltslage auf der Streichliste freiwilliger Aufgaben der Stadt. Damit das auch so bleibt, wolle Herbert helfen, "zusätzliches Geld für den Wiesenpark über Sponsoren und Privatleute zu akquirieren". "Ein Förderverein hat da mehr Möglichkeiten als die Stadt", nennt er einen Beweggrund. Und zerstreut sogleich die Bedenken, in Konkurrenz zu den beliebten Tierpatenschaften im Wiesenpark treten zu wollen, die die Stadtverwaltung an tierliebe Mitmenschen und Einrichtungen vermittelt, um so das Budget für den Heimatzoo aufzustocken.

"Es hat sich in der jüngeren Vergangenheit sehr viel im Wiesenpark getan", freut sich Herbert und nennt als ein Beispiel den neu gebauten Stall für die Ziegen. Die quirligen Tiere haben gerade bei Kindern Kultstatus, ihr Gatter ist von den Steppkes stets dicht umringt. Für Herbert erfülle der Wiesenpark auch einen Bildungsauftrag. Wo sonst können die Menschen die Tiere ihrer Heimat derart bequem in Augenschein nehmen?

Bei seinen Besuchen in den Zoos und Tiergehegen in Magdeburg, Wernigerode, Aschersleben und Schönebeck ist René Herbert weiterhin in den Sinn gekommen, der zu gründende Oschersleber Wiesenpark-Förderverein könne doch in einen Erfahrungsaustausch mit den anderen, dort bereits arbeitenden, Fördervereinen treten. Die Zusammenarbeit könne bis hin zum Tausch von Tieren gehen. "Aber das ist noch Zukunftsmusik", sagt Herbert und verweist auf eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Oschersleben, die den Heimatzoo in ihrer Verantwortung hat. "Bürgermeister Dieter Klenke und die Wiesenpark-Verantwortliche Sylvia Frehde stehen der Idee des Gründens eines Fördervereins positiv gegenüber", versichert der Stadtrat.

Ebenso könne sich René Herbert eine engere Zusammenarbeit von Wiesenpark und Schauaquarium vorstellen. Beide Einrichtungen sollten nach seinen Vorstellungen gemeinsam ein Flugblatt herausgeben, mit dem Besucher Oscherslebens zu diesen Sehenswürdigkeiten geführt werden.

René Herbert plant nach eigenen Worten "keine Revolution im Wiesenpark, der Charakter des Heimatzoos soll erhalten bleiben". Zunächst sucht er nach Gleichgesinnten, die im Förderverein mitarbeiten wollen. Sie können sich mit Herbert unter den Telefonnummern (0 39 49) 51 07 99 oder (01 71) 6 14 10 49 in Verbindung setzen. Die Gründungsversammlung des Fördervereins ist für Ende Februar geplant.