Eine nervenaufreibende Woche mit einigem Verdruss liegt hinter Manfred Pape aus Völpke. Die Rohrverstopfung in der Abwasserleitung war schon ärgerlich genug. Dass sie aber einzig aus formalen Gründen nicht zügig beseitigt werden konnte, machte dem 73-Jährigen und seiner Frau noch viel mehr zu schaffen.

Völpke. "Ich wollte das alles ja gar nicht an die große Glocke hängen", sagt Manfred Pape, "aber dass man beim TAV so schlecht reagiert, hat uns sehr geärgert. Das ist immerhin ein Notfall." Am Montag vergangener Woche hatte Pape festgestellt, dass seine Abwasserleitung wohl verstopft ist. Der ehemalige Installateur ist in diesen Sachen nicht ganz unbeleckt und versuchte zunächst mit einer eigenen Spirale, das Rohr zu reinigen – erfolglos.

Also informierte er am Dienstag den zuständigen Trink- und Abwasserverband in Oschersleben, der im Rahmen des Bereitschaftsdienstes auch direkt einen Mitarbeiter nach Völpke schickte. Ergebnis: Das Problem müsse im Bereich des Hausanschlusses liegen, Pape sollte eine Firma zu Rate ziehen. Das tat der Rentner. Zunächst eine Kanalreinigungsfirma, die mit einer längeren Spirale aber ebenso wenig Erfolg erzielte. "Es fehlten drei oder vier Meter von meinem Grundstück bis zum Hauptkanal", erklärt Manfred Pape. Um an dieses letzte Teilstück heranzukommen, sollte geschachtet werden.

Von der damit beauftragten Wormsdorfer Firma wurde Pape schnelle Hilfe zugesagt, da es sich um einen Notfall handele. Aber: Für das Schachten außerhalb des Grundstücks brauche man eine Genehmigung vom TAV. Also rief Manfred Pape dort wieder an und bekam die Auskunft, man lege das Papier zu Händen der Firma aufs Fax. Inzwischen war es Donnerstag. Die Rohleitungsbauer wollten am Freitag loslegen, konnten sie jedoch nicht, wie Manfred Pape per Anruf erfuhr. "Die Genehmigung lag noch nicht vor, weshalb ich mich gleich wieder beim TAV gemeldet habe und die Auskunft bekam, das müsse sich erst nochmal ein Mitarbeiter vor Ort anschauen; das werde aber vor dem Wochenende nichts mehr, sondern erst am Montag."

An diesem Punkt fühlten sich Papes – beide über 70 Jahre alt – fast ohnmächtig: "Die Firma war startklar, aber beim TAV schaffte es niemand, kurzfristig zu helfen. Wir konnten tagelang nicht zur Toilette gehen, mussten das Wasser rausschleppen", schildert Manfred Pape die Lage. "Und dabei sind wir anständige Gebührenzahler. Von dieser Behandlung bin ich sehr enttäuscht."

Volksstimme hakte gestern beim TAV nach. Geschäftsführerin Vinny Zielske bestätigte im Wesentlichen den von Manfred Pape dokumentierten Ablauf, betonte jedoch auch: "Herr Pape hätte sofort am Dienstag auf seinem Grund und Boden buddeln können. Das wurde ihm auch gesagt, aber das wollte er nicht und hat den schwierigeren Weg gewählt." Richtig sei außerdem, dass für Schachtungen im öffentlichen Raum ein Schachtschein beantragt werden müsse. Warum aber wurde dieser angesichts der Notlage nicht schnellstens erteilt? "Die Dringlichkeit war der Mitarbeiterin nicht bekannt, als Herr Pape am Donnerstag hier anrief", erklärt Vinny Zielske. Er habe auf die Notsituation nicht nochmals hingewiesen. Darum habe man den regulären Dienstweg einhalten wollen, der Schachtgenehmigungen auch von der Gemeinde und dem Energieversorger vorsieht. "Das dauert nun mal zwei Tage", so Zielske.

Gestern nun konnte die Rohrleitungsfirma die Arbeit an der Straße aufnehmen. Die Kosten trägt das Ehepaar Pape. Im schlimmsten Fall muss nochmals gebuddelt werden – auf dem letzten Meter des Grundstücks.