Während der Feierlichkeiten in der Nacht zum 1. Mai ist es in Ausleben zu einer Rangelei gekommen. Als Feuerwehrleute einer bewusstlosen Person helfen wollten, wurden sie massiv bedrängt. Wehrleiter Clemens Köhler musste nach einem Faustschlag ins Gesicht für die Nacht ins Krankenhaus.

Ausleben. Das bis dahin harmonische Maifeuer fand nach Auskunft der Wehr gegen 0.30 Uhr sein jähes und sehr unangenehmes Ende. Zunächst sei es laut Polizei und Feuerwehr unter einigen Besuchern zu einer Rangelei gekommen. Nach deren Ende stellten die Kameraden der Gemeindefeuerwehr Ausleben fest, dass eine Person bewusstlos am Boden liegt. Beim Versuch, dieser Person zu helfen, seien Kameraden von anderen Anwesenden massiv bedrängt und bei der Hilfeleistung behindert worden. Dabei wurde Köhler mehrfach gestoßen und erhielt einen Faustschlag ins Gesicht – mit dem Ergebnis, dass er nicht nur drei Zähne verlor, sondern die Nacht in der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Magdeburg verbrachte. Er hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Von dort hieß es gestern, der jetzige Beschuldigte habe die Bemühungen der Feuerwehr falsch verstanden und deshalb angegriffen. Nun läuft das Ermittlungsverfahren. Der zuvor am Boden liegenden Person konnte laut Polizei schließlich geholfen werden. Bis zu diesem Vorfall waren die Feierlichkeiten wie gewohnt mit guter Stimmung und zahlreichen Besuchern verlaufen. Nichts deutete auf diesen Ausgang hin.

Zuvor ein schönes Fest

Eingeladen hatte traditionell der Förderverein der Gemeindefeuerwehr Ausleben. Bevor der riesige Holzstoß auf dem Festplatz entzündet wurde, ging es ab 19 Uhr mit einem Fackelumzug durch den Ort. Dafür konnten bei der Feuerwehr auch noch Fackeln erworben werden. Angeführt vom Oschersleber Spielmannszug von 1956 unter Leitung von Siegfried Wesemeier setzte sich der Umzug pünktlich in Bewegung. Bei milden Frühlingstemperaturen nahmen Jung und Alt mit bunten Laternen und Fackeln am Umzug teil. Zu den flotten Rhythmen des Spielmannszuges fiel das Marschieren leicht, und schnell war der Gedenkstein zur Gründung Ottlebens erreicht.

Hier hatten sich die Kameradinnen und Kameraden auch eine besondere Überraschung einfallen lassen. Zum 1. Mai gehört ein zünftiger Maibaum. Der Maibaum lag bereit und war mit einem Kranz und Girlande schon festlich geschmückt. Angefeuert vom Applaus der zahlreichen Teilnehmer und mit einem zünftigen Trommelwirbel der Musiker stellten die Kameraden mit vereinten Kräften den großen Maibaum auf. Auch Bürgermeister Karlheinz Röper packte dabei kräftig mit an.

Mit Musik ging es dann weiter zum Festplatz, wo das Maifeuer bereits lichterloh brannte und den Platz in ein mystisches Licht in der Abenddämmerung tauchte. Im Schein des lodernden Maifeuers gab das Schalmeinorchester noch eine Kostprobe seines umfangreichen Repertoires und erhielt dafür den verdienten Applaus der zahlreichen Festgäste.

Beim langsam abbrennenden Maifeuer sollte es in Ausleben wieder eine lange Nacht werden, die von vielen Besuchern zu einem gemütlichen Beisammensein genutzt wurde. Die Kameradinnen und Kameraden der Gemeindefeuerwehr freuten sich zunächst über ein gelungenes Maifeuer, dass auch in diesem Jahr wieder ein echter Besuchermagnet war.

Diese Freude ist dem Schock unter den Feuerwehrleuten gewichen, nachdem die Nacht so unerfreulich zu Ende gehen musste.

Freude währte nur kurz

Der Feuerwehrverband Börde nahm die Geschehnisse gestern "mit tiefer Besorgnis" zur Kenntnis und verurteilte sie. Verbandschef Ulf Nohr ließ in einer Pressemitteilung verlauten: "Wir erwarten, dass die Schuldigen mit aller Konsequenz zur Verantwortung gezogen werden." Und weiter betonte Nohr: "Der Verband wünscht dem verletzten Wehrleiter baldige und vollständige Genesung."

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