Tiefes Durchatmen bei den Ummendorfer Museumsverantwortlichen am Sonntag: Drohte der Auftakt zum 31. Burgsommer tags zuvor wetterbedingt noch zu platzen, zeigte sich der Mai letztlich doch wieder von seiner besseren Seite. Da fiel die halbstündige Verspätung der Polizeimusiker aus Berlin kaum ins Gewicht, denn wenigstens konnte die Veranstaltung planmäßig stattfinden.

Ummendorf. Auf den guten Draht "nach oben" konnte sich Museumsleiter Dr. Thomas Ruppel wieder einmal verlassen. Ein vollbesetzter Burghof, danach sah es am Sonnabend noch nicht aus. "Wir haben gewaltig Dusel gehabt", machte der Gastgeber in seinen einleitenden Worten deutlich. "Bei einem Wetter wie gestern hätten sich die Musiker mit Recht geweigert zu spielen." So aber durfte Ruppel nicht nur dem Bundespolizeiorchester für den abermaligen Abstecher in die Börde danken, sondern auch dem zahlreich erschienenen Publikum, "das sich sicherlich erst spontan nach der Wetterlage für das Kommen entschieden hat" und somit auch der Traditionsveranstaltung die Treue hielt.

Wer sich ganz kurzfristig dazu entschloss, der diesjährigen Burgsommer-Premiere beizuwohnen und verspätet in Ummendorf eintraf, hatte obendrein Glück, denn er verpasste nichts. Die zwei Reisebusse des Orchesters nämlich mussten dem hohen Verkehrsaufkommen in und um Berlin Tribut zollen. "Die Anreise zog sich leider etwas hin. Unter anderem reisten zahlreiche Fußballfans nach dem DFB-Pokalfinale wieder ab", entschuldigte sich Dirigent Arend zu Hoene beim Publikum. Doch in Windeseile hatten die 40 Musiker ihre Arbeitsgeräte in Stellung gebracht und die Instrumente für das besondere Klangerlebnis im Burghof justiert.

Einen bunten Strauß quer durch die Genres brachte das Bundespolizeiorchester zu Gehör, besinnlich-berührende Stücke, beschwingte Marschmusik und epochale Kompositionen. Thomas Ruppel hatte schon im Vorfeld betont: "Dieser Klangkörper zählt bundesweit zu den besten seiner Zunft." Ebendies stellte er einmal mehr unter Beweis. "Es ist jedesmal ein Fest, wenn man diese Musikalität, Präzision und Dynamik in der außergewöhnlichen Akustik des Burghofs erlebt", schwärmte Ruppel und vermutet, den Akteuren müsse es ähnlich gehen: "Dass dieses Orchester immer wieder den Weg zu uns nach Ummendorf findet, zeigt doch, das es sich hier sehr wohl fühlt."

Und die Vorzüge des Burg-sommers sind auch anderen Musikanten nicht entgangen. Im Verlauf der Konzertreihe 2010 geben sich bis September weitere "Altbekannte" die Ehre (siehe Infokasten). Zur nächsten Veranstaltung wird nochmals ein Orchester erwartet.

Bilder