Im Rahmen einer Landkreisbereisung durch die Börde stattete Landtagspräsident Dieter Steinecke in dieser Woche dem mittelständischen Unternehmen Nani in Eilsleben einen Besuch ab. Er staunte nicht schlecht, als er erfuhr, dass hier hinter unscheinbarer Fassade innovative Patente mittlerweile weltweit vertrieben werden.

Eilsleben. In seiner Eigenschaft als Landtagspräsident ist es Dieter Steinecke mitunter vorbehalten, anderen ins Wort zu fallen. Bei seiner Visite in der Eilsleber Nani Verladetechnik GmbH aber waren die Vorzeichen umgekehrt, denn vieles hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Grune-wald über seinen Betrieb zu berichten. Da nahm er sich eben auch mehr als einmal die Freiheit heraus, den Gast zu unterbrechen. Der jedoch nahm dies nicht für krumm, sondern zeigte sich überaus interessiert an der Firmengeschichte und an der aktuellen Geschäftslage. Nani war eine Station auf Steineckes Rundreise durch den Bördekreis. Eine weitere war die Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe Ostfalen in Seehausen.

Nani, in Eilsleben ist auch immer noch der alte Begriff KFL für den einstigen DDR-Betrieb gebräuchlich, ist seit 1993 am Ort. Grunewald und dessen Geschäftspartner Reinhard Neshau beendeten seinerzeit langwierige Verhandlungen mit der Treuhand erfolgreich und schlugen mit 32 Mitarbeitern den Weg der Privatwirtschaft ein. "Zwischen Rostock und Dresden hat uns dieser Standort am meisten zugesagt. Außerdem fanden wir hier bereits Fachkräfte vor", erklärte Grunewald die Entscheidung pro Eilsleben, die auch nie bereut wurde. Denn heute sind dort 96 Leute beschäftigt und das Unternehmen sieht sich (wieder) gut aufgestellt. "Nach dem Höhepunkt 2008, kam letztes Jahr der harte Einschnitt. Wir standen vor der Frage, ob wir 50 Prozent der Belegschaft kündigen müssen", so Grunewald. Dank einer hausinternen Lösung konnten alle bleiben. Der Vertrieb der in Eigenpatent produzierten Torabdichtungen, Überladebrücken oder Thermoschleusen erfolgt seit Neuestem auf Märkte weltweit bis nach Korea oder Mexiko. "Dieser Schritt war nötig, um die Zukunft zu sichern", machte der Geschäftsführer deutlich und fügte selbstbewusst an: "Bei der Innovation von Verladetechnik sind wir Weltmarktführer." Ein Problem gestand er allerdings ein: "Nach jetzigem Stand bekommen wir irgendwann ein Altersproblem. Wir würden gern mehr junge Leute an die Aufgaben heranführen."