Noch immer sind Günter Peinert und seine Lebensgefährtin Ruth Pohl geschockt, sitzt ihnen der Schreck in den Gliedern. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag versuchten dreiste Einbrecher in ihr Haus zu gelangen.

Schermcke. " Ich habe schon viel in meinem Leben erlebt, aber das hat mich doch sehr geschockt und ich hatte ordentlich Herzklopfen ", meint der fast 86-jährige Günter Peinert. Am Ostersonntagmorgen um 8 Uhr hat seine Lebengefährtin Ruth Pohl beim Gang auf den Hof festgestellt, dass in der Nacht Einbrecher versucht hatten, in das Haus einzudringen. Ein Rollladen war aus den Angeln gerissen worden. Doch er konnte nicht nach oben gedrückt werden.

Der oder die Einbrecher waren sogar so dreist, dass sie begonnen hatten, ein Loch in die Hauswand zu schlagen. Als der Hausherr gegen 1. 30 Uhr auf die Toilette musste, das Licht im Bad genau in Richtung Hof aufleuchtete, hat er möglicherweise die bösen Buben damit verjagt.

" So haben sie wohl mitbekommen, dass wir doch zu Hause sind ", berichten Günter Peinert und seine Lebensgefährtin. Am Sonnabendnachmittag hatten sie Schermcke verlassen und waren erst spätabends zurückgekehrt, haben noch ein bisschen Fernsehen geschaut und sind dann ins Bett. Da war es schon fast Mitternacht.

Günter Peinert zeigte gestern, wo sich die vermeintlichen Diebe überall zu schaffen gemacht haben. In jedem Fall wird sehr schnell deutlich, dass sie sich auf dem Grundstück, in dem sich noch immer eine Metallwerkstatt befindet, sehr gut auskannten oder die Örtlichkeit vorher ordentlich ausspioniert hatten.

Zunächst haben die Einbrecher versucht, über den Garten, also von hinten, auf das Grundstück zu gelangen. Feinsäuberlich haben sie aus einem Fenster die dort gelagerten Stäbe für die Blumen herausgenommen. Mit einem dieser Stäbe haben sie dann versucht, eine Scheibe einzuschlagen, doch das ist missglückt.

Sie zogen weiter und an einem Fenster der Werkstatt hatten sie mehr Glück. Sie schlugen eine Scheibe ein und über die Werkstatt gelangten sie schließlich auf den Hof.

Um ungestört und ungesehen zu Werke gehen zu können, rissen sie sämtliche Halogenscheinwerfer samt Bewegungsmelder, die an verschiedenen Punkten auf dem Grundstück platziert waren, herunter.

Auch wenn die Einbrecher nicht ins Haus gelangten, der Schreck sitzt tief. " Nun haben wir Angst ", meint Ruth Pohl.

Die Polizei hat sich noch am Sonntag ein Bild vom Ort des Geschehens gemacht und auch eine kriminaltechnische Untersuchung angeordnet, sprich es wurden Fingerabdrücke genommen und Spuren gesichert. Die Ermittlungen des Kriminaldienstes Oschersleben dauern an, so Marek Weirauch, zuständiger Pressesprecher.

Vielleicht ist ja dem einen oder anderen Schermcker, der nachts noch unterwegs war, etwas aufgefallen. Hinweise nehmen die Polizeidienststellen gern entgegen.