Wanzleben stand gestern ganz im Zeichen der Internationalen Bauausstellung ( IBA ). Zwei Landesminister und zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland kamen zur IBA-Fachtagung in die Sarrestadt, während sich unter dem Motto des IBAThemas " Die Stadt als Familie sehen " im Rahmen der Stadtwette auf dem Marktplatz mehr als 200 Wanzleber zum Gruppenfoto zusammenfanden. Die 9. Klasse hat damit ihre Wette gewonnen. Der Wettpartner, das Familienbündnis, hilft nun den Schülern bei der Einrichtung eines Schulgartens.

Wanzeleben. Damit haben selbst die Schüler der 9. Klasse der Sekundarschule Wanzleben nicht gerechnet. Nach dem öffentlichen Aufruf in der gestrigen Ausgabe der Volksstimme zur spontanen Stadtwette haben sich gestern Nachmittag Punkt 15 Uhr mehr als 200 Menschen aus der Stadt Wanzleben auf dem von der Feuerwehr abgesperrten Marktplatz zusammen gefunden. Die Schüler hatten mit dem Familienbündnis darum gewettet, dass sie es schaffen, spontan 50 Personen nach bestimmten Kriterien auf dem Marktplatz zusammen zu bekommen. " Die Kriterien wurden alle erfüllt und die Wette ist gewonnen ", erklärte Erlebnispädagogin Uta Linde nach der Auswertung. Die Schüler können sich nun angesichts der gewonnenen Wette freuen, da Mitglieder des Familienbündnisses am Sonnabend mit Spaten und Harke anrücken werden, um den Schülern beim Einrichten eines Schulgartens zu helfen. Außerdem wurde zum Wett-Beweis ein Gruppenfoto aufgenommen, dass noch am Abend in die Foto-Ausstellung " Wir sind Familie " präsentiert wurde. Dort wurden unter anderem 15 Familien gezeigt, die 2004 und 2009 der Fotograf Mirko Sens im Bild festhielt. Gezeigt werden soll dabei, wie sich die Familien in dem Zeitraum entwickelt haben.

Bereits am Vormittag war mit einem Empfang im Wanzleber Kulturhaus die zweitägige IBAFachtagung von Bürgermeisterin Petra Hort ( Die Linke ) im Beisein von Landesbauminister Karl-Heinz Daehre ( CDU ) und Landes-Sozialminister Norbert Bischoff ( SPD ) eröffnet worden. Das Thema " Familie Stadt " greife auf kreative Weise die Parallele zwischen familiärem Zusammenhalt und lokaler Verbundenheit auf, sagte Bauminister Karl-Heinz Daehre.

Bereits seit 2003 erprobt Wanzleben neue Formen des städtischen Zusammenlebens. " Wo vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch der Fortbestand öffentlicher Versorgungsangebote in Frage gestellt wird, muss eine Vielzahl von Aufgaben neu organisiert werden ", erklärte der Minister gestern. Für- und Vorsorge, Sozialisation und Gemeinschaftlichkeit auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten, sei das Ziel des Wanzleber IBA-Projektes, das ganz wesentlich auf bürgerschaftlichem Engagement basiere.

Bei der bis heute andauernden Fachtagung " Die Stadt als Familie sehen " diskutieren Experten aus ganz Deutschland mit Sozialpolitikern, Planern und Bürgern.