Haldensleben / Osterweddingen. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde zum neuen Tarifvertrag der Firma Euroglas keine Einigung gebracht hat, haben gestern Abend etwa 120 Mitarbeiter von Euroglas Haldensleben und Osterweddingen in Haldensleben ein erstes Achtungszeichen gesetzt. Sie folgten dem Aufruf der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie ( IG BCE ) zu einer Großveranstaltung in der Kulturfabrik in Haldensleben.

Hier machte Erhard Koppitz, Verhandlungsführer der Gewerkschaft, noch einmal deutlich, dass das im Februar von Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot nicht akzeptabel sei : " 2, 1 Prozent und je ein Tag Urlaub in 2010 und 2011 sind einfach zu wenig – und das bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 24 Monaten. " Die Gewerkschaft fordert von Euroglas 5 Prozent Erhöhung bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 18 Monaten. " Hier muss es von Seiten des Arbeitgebers Bewegung geben. Wir haben uns bereits auf ihn zubewegt, indem wir die Tariflaufzeit von ursprünglich 12 auf 18 Monate verlängert haben ", sagte Koppitz gestern.

Seit der letzten Verhandlungsrunde Mitte Februar habe es aber bislang weder ein neues Angebot noch einen neuen Termin für Verhandlungen gegeben. " Wir verweigern uns keinen Tarifverhandlungen, aber es muss Bewegung geben ", forderte der Bezirksleiter.

Sollte es von der Arbeitgeberseite kein verbessertes Angebot geben, sind laut Koppitz weitere Aktionen möglich. So etwa ein Autokorso von Haldensleben nach Osterweddingen oder Aktionen vor den Betriebsstätten. Dass ein Großteil der Arbeitnehmer hinter den Forderungen stehe, habe die hohe Beteiligung an der gestrigen Veranstaltung gezeigt. Mit roten Flugdrachen zeigten die Teilnehmer den Arbeitgebern gestern bereits symbolisch eine " rote Karte ". Bei Euroglas am Standort in Haldensleben arbeiten derzeit 342 Mitarbeiter, am Standort Osterweddingen sind es 203 Beschäftigte.