Der Anpfiff an diesem Freitag gilt einem besonderen Fußballturnier. Insgesamt 16 Mannschaften geben sich in der Oschersleber Sporthalle Am Bruch ein Stelldichein beim 1. kreisweiten Börde-ALSO-Cup 2010. Gleichzeitig sehen die Organisatoren darin den Auftakt für eine groß angelegte Aktion im Rahmen von ALSO, um jungen Leuten außerhalb eines Vereins sportliche Angebote zu bieten.

Landkreis Börde. " Es geht darum, regelmäßig, zumindest an den Wochenenden die Turnhallen zu öffnen und bei den Jugendlichen das Interesse am Sport zu wecken ", gibt Ralf Sacher, Geschäftsführer der Sportjugend Börde, das Ziel aus. Die Idee ist, in den Städten Wanzleben, Oschersleben, Haldensleben und Wolmirstedt ein solches Angebot zu etablieren und von da aus zu organisiertem Freizeitsport auch in den Orten der Umgebung einzuladen. Angesprochen werden Jugendliche, die bisher kein Vereinsmitglied sind und sich einfach mal ausprobieren und etwas Sinnvolles für sich tun wollen.

Die Jugendarbeit soll dadurch über den Sport im gesamten Landkreis Börde einen weiteren Stützpfeiler erhalten – zusätzlich zum Engagement von Vereinen und den Aktionstagen der Sportjugend. " Wir haben seit vielen Jahren Erfahrung mit ALSO gesammelt, aber nicht in dieser Breite, wie wir sie jetzt anstreben ", erklärt Hartmut Baethge. Der Geschäftsführer des Kreissportbundes Börde macht klar, dass die Organisatoren mit regelmäßigen ALSO-Projekt-Angeboten Neuland betreten und die dafür gebildete Partnerschaft noch in den " Kinderschuhen steckt ". Mit im Boot sitzen der Landrat Thomas Webel, die Polizei im Kreis sowie die Arbeitsgemeinschaft Börde ( Arge ). Webel : " Umso besser wir die Jugendlichen in ihrer Freizeit betreuen, umso weniger haben wir mit den Folgen von Nichtstun und Langeweile zu tun. " Das versprechen sich auch die Polizei-Chefs aus Oschersleben und Haldensleben. " Wir hoffen, damit einen Beitrag zu leisten, Vergehen bei der Jugendkriminalität zu verhindern oder zumindest zu reduzieren ", sagt Roland Wulff, Revierkommissariatsleiter in Oschersleben.

Nicht umsonst bedeutet ALSO als bundesweit verankerte Aktion soviel wie " Alternatives freizeitpädagogisches Antigewalt-Sofortprogramm ". Und damit ALSO von jetzt an kreisweit und mit regelmäßigen Angeboten in der Börde platziert und koordiniert werden kann, suchen die Initiatoren Betreuer und Projektleiter. " Wir müssen 20 Personen finden, die über uns gefördert werden können, um das Projekt verantwortungsvoll mit Leben zu füllen ", schildert Wolfgang Schumacher das Anliegen. Der Geschäftsführer des Job-Centers der Arge erklärt, dass Hartz-IV-Empfänger dabei ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis eingehen – mit Beteiligung an Weiterbildungen über den Kreissportbund und finanziert über die Arge. Interessenten sollen sich an ihren Arbeitsvermittler wenden. " Wir wollen dabei auch befähigte Leute aus den Vereinen ansprechen. Es geht nicht darum, Ein-Euro-Jobs zu schaffen ", betont Schumacher, der auf gute Resonanz hofft.

Denn ohne Personal keine ALSO-Projekt-Angebote, die über den einmal jährlich veranstalteten Börde-ALSO-Cup hinausgehen. " In der Vergangenheit haben wir in erster Linie Schwerpunkte gesetzt. Jetzt geht es darum, Kontinuität zu schaffen ", fasste Baethge den Stand der Dinge zusammen. Der ALSOCup am Freitag soll somit Auftakt dafür sein, in der sportlichen Jugendarbeit fortan kreisweit zu agieren. Der Cup wird dann jährlich in einer anderen Stadt des Landkreises ausgetragen. Die Siegermannschaft qualifiziert sich für den Landes-ALSO-Cup. Und wer dort gewinnt, spielt auf Bundesebene um ein Platz auf dem Treppchen.