Oschersleben. Es ist wohl ein äußerst geschmackvoller Beruf, dem Bäckermeister Michael Isensee nachgeht. Für die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk testet er von Berufswegen das Können seiner Handwerkskollegen. Und rückt dabei dem " täglich Brot " tüchtig auf den Laib. Einmal jährlich führt sein Weg ihn dazu nach Oschersleben, wo er die Backkunst der Innungsmitglieder der Kreishandwerkerschaft unter die Lupe nimmt. Den aufwändigen Brottest führte Isensee kürzlich in den Räumen der Bäckerei Schäfer ‘ s am NPMarkt in der Thälmannstraße durch.

" Die Bäcker im Raum Oschersleben können sehr zufrieden sein mit ihren Produkten ", stellte Isensee nach ausgiebiger Verkostung und Inaugenscheinnahme der Laibe fest. Insgesamt landeten an diesem Tag 41 Brote von sieben Bäckereien des Bördekreises auf seinem Teller.

Und dort ging es den Laiben dann ordentlich an den Kragen. " Zunächst begutachte ich das Brot nach Form und Aussehen. Dabei spielt natürlich auch die Kruste eine große Rolle, denn das Aussehen des Laibes soll ja den Appetit beim Kunden anregen ", erklärte Michael Isensee das Prüfschema. Danach wird herzhaft hineingebissen. Ist die Kruste schön fest ? Ist der Teig angenehm locker ? Wie bekömmlich wirkt das Brot ?

Unterstützt wurde der Bäckermeister an diesem Vormittag dabei von seinen Handwerkskollegen Harald Metscher aus Langenweddingen und Ronalt Brabant, zuständig für die Brot- und Brötchenproduktion bei einer großen Bäckereikette. Die Beiden ließen es sich natürlich auch nicht nehmen, mal in das eine oder andere Konkurrenzprodukt reinzubeißen.

Schnell einig waren sich die drei Bäcker über Sinn und Unsinn eines aktuellen Backtrends - dem dreieckigen Laib : " So etwas braucht doch kein Mensch ", zog Harald Metscher sein vernichtendes Fazit. Zur Begründung bemängelten die Berufsbäcker, dass " auf diese Schnitten ja kein herkömmlicher Aufschnitt passt. Und überhaupt passt das auch gar nicht in unsere Brotbüchsen ", beschwerten sich die Drei augenzwinkernd über die ungewöhnliche Form. Interessiert an dem Verfahren, zog der Brottest nicht nur die Blicke von Kristina Oeltze von der Kreishandwerkerschaft auf den Prüfer. Auch einige Kunden des Gastgeberbetriebes schauten Michael Isensee und Kollegen neugierig über die Schulter.

Nach der Verkostung und Begutachtung der 41 Laibe zog Michael Isensee gegenüber Volksstimme ein Resümee des Tests : Insgesamt vergab der Bäckermeister 24-mal die Note " sehr gut ", 12 Brote wurden mit " gut " ausgezeichnet und für 5 Laibe reichte es noch für die Note " zufriedenstellend ". Wer mehr über die einzelnen Ergebnisse erfahren möchte, findet im Internet eine Auflistung zum Nachlesen :

www. brot-test. de