Im Zuge der Baumaßnahmen zum neuen Kreisverkehr B 246 a / L 24 und dem Ausbau der Bundesstraße in der Ortslage Seehausen sollen die Bäume zumindest auf der südlichen Straßenseite der Wanzlebener Straße stadteinwärts gefällt werden. Es betrifft rund 22 Bäume, die möglichst schnell gefällt werden sollen. Der Seehäuser Stadtrat beschloss auf seiner letzten Sitzung, zunächst nur eine Seite fällen zu lassen. Damit gibt es vorerst nur einen kleinen " Kahlschlag ". Von Sabrina Krug

Seehausen. 22 der alten großen Linden an der südlichen Seite der Wanzlebener Straße in Seehausen werden demnächst der Motorsäge zum Opfer fallen. Der Grund : Der Landesbaubetrieb baut die B 246 a in der Ortslage Seehausen aus. Dabei sollen auch die Fußwege erneuert und Trink- bzw. Abwasserleitungen verlegt werden. 18 von 126 Bäumen in der Ortsdurchfahrt müssen dabei sowieso straßenbaubedingt gefällt werden. " Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mindestens ein Drittel der restlichen 108 Bäume an der B 246 a auch gefällt werden könnten. Denn : Die Bäume sind ja alle in etwa zur gleichen Zeit gepflanzt worden und laut dem letzten Baumgutachten, dass am geplanten Kreisel erstellt wurde, ist dort schon jeder dritte Baum krank und somit ist auch die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ", erklärt Stadtratsmitglied Jörg Weisel gestern auf Nachfrage.

Der Stadtrat ließ sich auf seiner letzten Sitzung von einem Haldensleber Planungsbüro mehrere Varianten und die damit verbundenen Kosten aufzeigen, wie mit den Allee-Bäumen an der B 246 a innerhalb der gesamten Ortsdurchfahrt umzugehen ist. Die Fußwege zeigen sich nämlich in einem schlechten Zustand, hervorgerufen durch die Wurzeln der Bäume. Um die Fußwege neu anzulegen oder zu sanieren, müssten entweder Wurzelbrücken angelegt oder die Bäume gefällt und neue gepflanzt werden. Planerin Kerstin Braunsberger stellte auf der Stadtratssitzung drei Varianten mit ihren Kosten vor.

Die erste Variante sah den Erhalt von 58 Bäumen mit Wurzelbrücken vor. Die Kosten dafür sollen sich auf 367 024 Euro belaufen. Die zweite Variante sah die Fällung von 58 Bäumen mit anschließenden Ersatzpflanzungen vor. Dafür müssten rund 45 000 Euro eingeplant werden. Letztere vorgestellte Möglichkeit : 108 Bäume werden in der gesamten Ortslage gefällt. Die Kosten dafür sollen sich inklusive der anschließenden Ersatzpflanzung auf 83 700 Euro belaufen.

Planerin Kerstin Braunsberger erklärte im Dezember auf der Stadtratssitzung, dass die Baumaßnahme ohnehin ein Eingriff in den Lebensraum der Bäume sei und sich die Lebensdauer dadurch um 10 Jahre reduzieren würde. Die Bäume haben jetzt bereits ein sehr hohes Alter. Die bisherige Entscheidung, die Bäume zu erhalten, sollte deshalb vom Gemeinderat überdacht werden.

Dieser beschloss nun nach Angaben von Bürgermeister Eckhard Jockisch, die Bäume auf der südlichen Straßenseite der Wanzlebener Straße im Vorfeld der Bauarbeiten zu fällen und die Bäume auf der Seite der Hydraulik GmbH stehen zu lassen. " Den maroden Fußweg an der Werkhalle benutzt sowieso kaum jemand ", erklärte Eckhard Jockisch. Dieser jüngste Beschluss, der sich ausschließlich auf den Abschnitt Wanzlebener Straße bezieht, sieht vor, dass der Bürgermeister berechtigt ist, über Ausnahmen für erhaltungswürdige Bäume, die nicht in Konflikt mit der späteren Baumaßnahme stehen, operativ entscheiden zu können.

Bauamtsleiter Olaf Küpper : " Ich empfehle, was die gesamte Ortsdurchfahrt betrifft, zukünftig jeden Baum einzeln zu bewerten. Denn die Bäume gehören zum Seehäuser Erscheinungsbild. Die Fällung aller altenBäumeunddieanschließende Neupflanzung würden einen nicht zu unterschätzenden Einschnitt in das Umfeld darstellen. Die Bäume sollten deshalb nicht alle weggenommen werden. Die Entscheidung über die Bäume entlang der Ringstraße in der Ortsdurchfahrt ist zwar noch nicht so dringend, da der Ausbau des nächsten Abschnitts frühestens im Jahr 2011 beginnt, dennoch sollte man hier im Einzellfall entscheiden. "

Den ausschlaggebenden Grund die 22 Bäume in der Wanzlebener Straße fällen zu lassen, gab letztendlich die Problematik, die sich durch das Wurzelwerk ergibt, erklärte das Stadtoberhaupt. " Der Fußweg ist in einem sehr schlechten Zustand. Das muss sich dringend ändern ", so Jockisch. Wenn man hier die Bäume erhalten wollen würde, müsste man sogenannte Wurzelbrücken anlegen. Diese seien aber sehr teuer. Sie kosten nach Jockischs Angaben rund 6000 Euro pro Stück. Die Fällung der Bäume sei zwar zunächst ein erheblicher Einschnitt in das Umfeld, jedoch werde sofort eine Ersatzpflanzung geeigneter Baumarten erfolgen. Planerin Kerstin Braunsberger führte außerdem aus, dass solche Bäume gewählt werden sollten, die zur Umgebung passen. Durch das Anwenden von Wurzellockstoffen kann das Wachstum etwas kontrolliert werden.

Bauamtsleiter Olaf Küpper erklärte, dass über die Zahl der straßenbaubedingt zu fällenden Bäume nocheinmal mit dem Landesbaubetrieb gesprochen werden müsse. Dieser trage im übrigen auch die Kosten der Fällungsarbeiten.