Seit gestern setzen die Ortsteile zusätzliche Arbeitskräfte und schwere Technik im Kampf gegen die Schneemassen ein. In Wanzleben und Seehausen wurden die beim Schieben aufgeschütteten Berge mit Radladern auf Lkw-Anhänger verladen und an den Ortsrand geschafft. Derweil warnt das Ordnungsamt vor abstürzenden Eiszapfen oder abgehenden Dachlawinen.

Stadt Wanzleben - Börde. Seehausens Ortschef Eckhard Jockisch bringt es schnell auf den Punkt. " Die Schneemassen machen uns wirklich zu schaffen ", sagt er. Nicht das Räumen der Straße sei nun das Problem, sondern die dabei entstandenen Schneeberge am Straßenrand. In vielen Straßen können sich die Fahrzeuge nichtmal begegnen, ohne dass die Gefahr eines Unfalls besteht. " Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Schnee aus Sicherheitsgründen aus den engen Straßen an den Ortsrand raus zu bringen ", erklärte er gestern der Volksstimme. Radlader und Lkw bzw. Traktoren mit Anhänger waren bereits im Einsatz, um den Schnee in Richtung Fabrikteich zu bringen. Dort wird er auf eine Lagerfläche geschüttet. Rund 50 Lkw-Ladungen sind dort bereits bis zum gestrigen Mittag gelandet. Die Mitarbeiter des Seehäuser Bauhofes hatten alle Hände voll zu tun, um Herr der Lage zu werden.

In Wanzleben zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier gibt es Straßen, in denen sich die Schneeberge türmen und Fahrzeuge kaum noch aneinenander ungehindert vorbeikommen. So waren Radlader und Lkw unter anderem in der Ritterstraße, Roßstraße, Hohe Straße und Lange Straße im Einsatz, um die Schneeberge abzutragen und die Massen auf den Festplatz in Wanzleben abzukippen. Ab gestern 11 Uhr waren hier die Arbeiten in Gang. Die Entscheidung, den Schnee aus den Straßen zu holen, fällten Bauamtsleiter Olaf Küpper und Stadtwerke-Geschäftsführer

Hans-Walter Franke aus Sicherheitsgründen. Falls Neuschnee kommt, wüssten die Bauhof-Mitarbeiter gar nicht, wo sie diesen noch hinschieben sollten. " Denn dann würde es richtig problematisch werden ", erklärte Winterdienst-Einsatzleiter Rüdiger Petrasch. Inzwischen hat sein Team mit einem Hub-Lader auch die Bushaltestellen in der Breitscheidstraße, Lindenpromenade und in Höhe der Volksbank freiräumen können. Derzeit wird das Stadtwerke-Team auch von etwa 20 Einsatzkräften der Kommunalen Sanierungsgesellschaft unterstützt. Sie räumen die kleinen Nebenstraßen, Parkflächen und - plätze, in denen die große Technik nichts ausrichten kann. " Ohne die Mitarbeit der Ein-Euro-Jobber würden wir es nicht schaffen ", sagt Petrasch.

Das Ordnungsamt der Stadt Wanzleben – Börde warnt indes vor der Gefahr durch herabfallende Eiszapfen. Durch andauernde Kälte in Abwechslung mit Tauwetter können sich an Dachvorsprüngen, Dachrinnen und anderen baulichen Teilen eines Hauses Eiszapfen bilden. Taut das Eis bei Sonnenschein leicht an, wird das hängende Eis zu schwer und stürzt zu Boden. Solche " Eisbomben " können nicht nur krachend auf dem Gehweg zerspringen, sondern auch lebensgefährlich sein. Nach der Gefahrenabewehrverordnung

sind alle Eigentümer verpflichtet, solche Gefahrenstellen unverzüglich zu beseitigen. Auch die Schneeüberhänge auf den Dächern machen den Behörden Sorgen. Sie könnten mit einem Mal abrutschen und Personen gefährden. " Die Hauptverantwortung hat immer der Eigentümer ", erklärte Erika König vom Ordnungsamt der Einheitsgemeinde.

Die Feuerwehr war am Montag bereits zweimal im Einsatz. Einmal musste ein Schneeüberhang am Amt für Landwirtschaft in der Wanzleber Ritterstraße von der Feuerwehr beseitigt werden. Im zweiten Fall holte die Feuerwehr Hohendodeleben gewaltige Schneemassen von zwei Dächern. Das Flachdach des Drogeriemarktes in der Magdeburger Straße, zeigte bereits Risse auf.