Aus Völpke, Wormsdorf, Hordorf und anderen Orten des alten Bördekreises waren am Sonnabend Imker nach Oschersleben zur Jahresversammlung ihres Vereins gekommen. In der Beratung haben sie unter andere ihre Kritik am Anbau genveränderter Pflanzen wiederholt.

Oschersleben. Bei der ersten Abstimmung haben die Imker nicht nur geschlossen ihre Hände gehoben, sondern das auch mit großer Freude. Ging es doch um die Aufnahme von zwei neuen Mitgliedern. Und zwar hatten Beatrix und Mathias Wöhle die Mitgliedschaft beantragt. Die beiden Ummendorfer besitzen seit Juni sechs Bienenvölker und möchten nun im Kreise der gestandenen Imker so richtige Bienenzüchter werden.

Damit hat der Imkerverein Oschersleben und Umgebung wieder 30 Mitglieder. Diese Vereinsimker besitzen insgesamt 256 Bienenvölker, von denen jedes seinem Besitzer im Durchschnitt 31 Kilogramm Honig im Jahr beschert.

Zahlen, die der Vereinsvorsitzende Joachim Neumann zu Beginn der Jahresversammlung in seinem Bericht nannte, in dem aber nicht nur über die Bienenzucht und deren Ergebnisse sprach. Neumann sprach beispielsweise auch über das Vereinsleben, zu dem im zurückliegenden Jahr unter anderem eine Fahrt nach Nebra, ein Bienenseminar und die Teilnahme an einem Öko-Treff in Egeln gehörten. Auch habe sich der Verein und damit die Imkerei wieder in der Öffentlichkeit präsentiert, beispielsweise mit der Teilnahme an solchen Veranstaltungen wie dem Tag der Regionen, durch Auftritte vor Schulklassen oder mit Hilfe einer Vereinsschautafel, die im Tiergehege des Oschersleber Wiesenparks aufgestellt worden ist.

Überdies erinnerte der Vereinschef daran, dass die Imker eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den geplanten Abriss des Oschersleber Bodewehrs gespielt haben und sich nun über eine breite Unterstützung freuen. Haben sich doch inzwischen mehr als 700 Oschersleber per Unterschrift der Forderung nach dem Erhalt des Oschersleber Wahrzeichens angeschlossen und nun auch Mitglieder des Stadtrates ihre Unterstützung signalisiert.

Weniger zufrieden sind die Imker hingegen mit der Tatsache, dass es ihre Bienen mehr und mehr mit genveränderten Pflanzen zu tun bekommen und ihre an den Petitionsausschuss des Bundestags gerichtete Forderung nach Schließung des Üplinger Gen-Pflanzen-Schaugartens ohne Folgen blieb. " Unsere Bedenken werden lediglich zur Kenntnis, aber nicht ernst genommen ", so Neumann. Der Ratschlag des Deutschen Imkerbundes, die Züchter sollten ihre Bienen aus dem Bereich solcher Flächen entfernen, könne nicht die Lösung sein, waren sich die Imker aus Oschersleben und Umgebung einig, die auch im nächsten Jahr ihre Mitgliederzahl, Zuchtergebnisse und Honigerträge zumindest stabilisieren, ihre Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen und auch wieder eine Vereinsfahrt unternehmen wollen.