Nicht alle Arztpraxen verfügen gegenwärtig über ausreichend Impfstoff. Die Einheiten werden über das Gesundheitsamt des Landkreises verteilt. Das wiederum richtet sich nach den Anforderungen der Ärzte, die nach ihren Erfahrungswerten die Dosen bestellt haben. Das Gesundheits- und Sozialministerium empfiehlt deshalb sich telefonisch vorab beim Arzt zu informieren, wann genau in der jeweiligen Praxis Impftermine vergeben werden. Zurzeit seien erst 120 000 Einheiten auf das ganze Land verteilt worden. Das ist noch nicht einmal ein Zehntel der vom Land bestellten 1, 5 Millionen Impfdosen.

Wanzleben. In einigen Arztpraxen sind die Impfdosen teilweise schon wieder alle bzw. noch gar nicht eingetroffen. Erst 120 000 Impfdosen sind in ganz Sachsen-Anhalt verteilt worden, erklärte gestern Ministeriumssprecher Holger Peach. Nach und nach würden aber alle Impf-Praxen mit den nötigen Dosen versorgt werden. Aber das könne voraussichtlich bis in das nächste Jahr hinein dauern. Auch andere Bundesländer haben erst einen kleinen Teil der bestellten Impfdosen erhalten, die nun nach und nach abgegeben werden.

Feuerwehrmann Kai Pluntke aus Wanzleben wollte sich zum Beispiel bereits in der vergangenen Woche auf Grundlage eines Schreibens des Landkreises Börde, das an die Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben ging und an alle Freiwilligen Feuerwehren gerichtet war, gegen die neue Influenza A H 1 N 1 impfen lassen. In dem Schreiben vom 15. Oktober teilte Gesundheitsamtsleiter Dr. Dieter Heese der Verwaltung mit, " dass in der 43. und 44. Kalenderwoche der Impfstoff gegen die Schweinegrippe an die niedergelassenen Ärzte im Landkreis Börde durch das Gesundheitsamt geliefert wird. Die freiwilligen Helfer können sich an ihren Hausarzt wenden und bezüglich der Impfung einen Termin vereinbaren. "

Inzwischen ist es Mitte der 45. Kalenderwoche und der Feuerwehrmann Kai Pluntke hat bereits die dritte Absage von seinem Hausarzt erhalten, schrieb er in einem Leserbrief. Nun soll am morgigen Donnerstag endlich die entsprechende Impfdosis bei seinem Arzt in Wanzleben eintreffen, sagte er gestern auf Nachfrage. Die vom Land georderten Einheiten werden von den Landkreisen an die entsprechenden Arztpraxen ( Infokasten ) verteilt. Die Mediziner vergeben im Regelfall Termine, um möglichst keine Wartezeiten für Patienten entstehen zu lassen. Ministeriumssprecher Holger Peach empfiehlt deshalb in jedem Fall sich bei seinem Hausarzt vorab telefonisch einen Termin geben zu lassen, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt. Erschwerend, im Gegensatz zur normalen saisonalen Grippeschutzimpfung, sind die Aufteilungen der Einheiten für das Impfen. Während der Arzt bei der Grippeschutzimpfung jederzeit eine einzelne Ampulle für die einzelne Impfung nach bedarf verwenden kann, verhält es sich bei der Schweinegrippe anders. Hier erhält der Arzt eine Ampulle, die zehn Impfeinheiten enthält. Das heißt, ist eine Ampulle geöffnet, müssen diese zehn Dosen innerhalb von 24 Stunden gespritzt worden sein. Geschieht dies nicht, sind die restlichen Dosen in der geöffneten Ampulle unbrauchbar. Schon aus diesem Grund werden die Ärzte vor allem in kleineren Praxen entsprechende Anfragen sammeln und Impftermine vergeben, schätzen die Experten ein. Die Impfärzte mussten vorab abschätzen, wie hoch die Impfbereitschaft ist und eine entsprechende Bestellung beim Landkreis abgeben.

Rund 1, 5 Millionen Einheiten hat das Land bestellt. Diese werden nach Peachs Angaben für etwa 50 Prozent der Bevölkerung Sachsen-Anhalts reichen. Nur rund 20 Prozent der Bundesbürger lassen sich übrigens durchschnittlich gegen die saisonale Grippe impfen.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes des Landkreises ist die Zahl der Schweingerippe-Erkrankungen auf 100 Fälle im Landkreis Börde angestiegen. Die meisten der ausschließlich ambulant gemeldeten und behandelten Fälle kommen aus dem Bereich Haldensleben.