Die Eltern der Schüler aus Groß Rodensleben, die die Sekundarschule Wanzleben besuchen, laufen derzeit gegen den Schulbus-Plan der KVG Börde-Bus Sturm. Weil das Unternehmen auf die durch das Konzept der Ganzstagsschule veränderten Pausenzeiten nicht reagierte, müssen die Schüler, die zurück nach Groß Rodensleben fahren für eine Dreiviertelstunde im Bus sitzen, obwohl der Ort nur zehn Kilometer entfernt liegt. Dies sei unakzeptabel. Die KVG : Ohne zusätzliche Mittel sei eine kurzfristige Lösung nicht möglich.

Wanzleben / Groß Rodensleben. Wenn die Groß Rodensleber Schüler der Sekundarschule Wanzleben sich nach Schulschluss 15. 10 Uhr noch etwas vorgenommen haben, müssen sie sich schon von ihren Eltern abholen lassen. Denn aufgrund der Umstände dauert die Schulbusfahrt von Wanzleben nach Groß Rodensleben auf den rund zehn Kilometern eine Dreiviertelstunde. " Damit sind wir nicht einverstanden ", erklärt eine der protestierenden Mütter Heike Walkowiak aus Hemsdorf. " Auf der Elternversammlung im August wurde uns die Einführung des Konzeptes der Ganztagsschule mitgeteilt. Durch die Änderung der Pausenzeiten sollte der Unterricht ab diesem Schuljahr um 7. 30 Uhr beginnen. Die Schulleitung hatte dies dem Landkreis bereits im März dieses Jahres mitgeteilt. Es sollte eine Änderung der Busabfahrtszeiten geregelt werden. " In dem Protestbrief an die Volksstimme heißt es weiter : "… Da die KVG dies aber nicht realisieren könnte, wurde das Ende des Unterrichts auf 15. 10 Uhr verlegt. Eine Anpassung der Abfahrtzeiten erfolgte nicht. " Nach dem Schriftverkehr mit der KVG und der Schule erfolgte ab dem 22. Oktober eine Änderung, die aus Sicht der Groß Rodensleber Eltern nicht akzeptabel ist. " Der Bus fährt jetzt in Wanzleben um 15. 33 Uhr ab Haltestelle Sekundarschule ab. Und zwar zunächst ersteinmal einen Umweg über Wanzlebens Ortsteil Buch. " Dann kehrt der Bus wieder nach Wanzleben zurück und fährt die Haltestelle des Börde-Gymnasiums an. " Unseren Kindern bleibt also nichts weiter übrig, als entwender ab 15. 33 Uhr die kleine Rundfahrt über Buch mitzumachen oder zu Fuß zur Haltestelle des Gymnasiums zu gehen, um dort dann 15. 50 Uhr in den Bus einzusteigen ", erklärt Heike Walkowiak. Sie hat gemeinsam mit Doreen Schulze und Jana Braumann den Brief unterschrieben. " Egal wie, in beiden Fällen kommen die Kinder erst um 16. 15 Uhr zu Hause in Groß Rodensleben an. Da die Kinder in Vereinen aktiv sind, besteht so fast keine Möglichkeit mehr an der Freizeitgestaltung oder an Vereinstätigkeiten teilzunehmen. Die Eltern haben sich deshalb schon zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen. Das kann aber keine Dauerlösung sein. "

Einen entsprechenden Brief haben die Groß Rodensleber auch an die KVG Börde-Bus GmbH geschickt. Auch das Anwortschreiben der KVG liegt der Volksstimme vor. Darin heißt es : " Wir haben bei der Planung nicht nur die Belange der Sekundarschule Wanzleben zu berücksichtigen, sondern auch die der Berufsschüler und der Schüler der Förderschule in Klein Oschersleben. " Eine Fahrplanänderung sei nicht möglich, weil sonst die Abfahrzeiten für die Anschlüsse für die Berufsschüler nicht aufgehen würden. " Im Übrigen bewegen wir uns mit dem bestehen Fahrplan im Limit der Richtlinien der Schulbeförderung des Landkreises Börde, die besagen, dass eine Wartezeit von 60 Minuten nach Unterrichtsschluss zumutbar ist. Eine kurzfristige Lösung Ihres Wunsches ist ohne Bereitstellung zusätzlicher Mittel nicht möglich. Wir werden prüfen, ob wir mit Beginn des Schuljahres 2010 / 2011 eine frühere Abfahrtszeit realisieren können ", heißt es in der Stellungnahme vom Geschäftsführer der KVG Börde-Bus Ernst Trnka. Dazu Heike Walkowiak : " Damit können wir uns nicht zufrieden geben. "

Die Groß Rodensleberin Doreen Schulze schrieb Anfang Oktober im Auftrag der Eltern auch an die Schulleitung und bat um Unterstützung : " Da die KVG frühestens mit Beginn des nächsten Schuljahres eine Lösung für eine zeitnahe Abfahrtszeit prüft, fordern wir eine Verkürzung der Pausenzeiten, so dass die Kinder mit dem Bus um 14. 45 Uhr nach Hause fahren könnten. "

Das Fazit der Eltern : " Bis heute wurde uns keine zufriedenstellende Lösung aufgezeigt. "