Bei der Stadtratssitzung in Oschersleben am Mittwoch fand unter anderem ein offener Brief des Ortschaftsrates aus Klein Oschersleben Eingang in die Tagesordnung. Die Vetreter des eingemeindeten Klein Oscherslebens brachten auf diesem Wege nochmals ihren Unmut zur Diskussion um den Wegfall der Abfallcontainer für das städtische Laub in den Gemeinden Klein Oschersleben und Alikendorf zum Ausdruck.

Oschersleben. Die Diskussion um die Entsorgung öffentlichen Laubes in den Gemeinden Alikendorf und Klein Oschersleben entbrannte auf der Stadtratssitzung Oschersleben am Mittwoch erneut.

Zur Erinnerung : Wie die Volksstimme bereits in der Ausgabe vom 15. Oktober berichtete, wurden die Container zur Entsorgung öffentlichen Laubes in beiden Dörfern entfernt. 15 Jahre zuvor schafften die, damals noch selbstständigen, Gemeinden die Container an, um dem Laubfall auf öffentlichen Flächen beikommen zu können. In diesem Jahr wurden nun nicht mehr die Blätter der städtischen Bäume, sondern die Container entsorgt. Und das ohne dass die Ortschaftsräte beider Gemeinden von diesem drastischen Schritt in Kenntnis gesetzt worden. Steffen Czerwienski, Baubetriebsamtsleiter der Stadt Oschersleben, zu den Geschehnissen : " Wir informierten die Ortschaftsräte erst im Nachgang. Ehrlich gesagt, weil wir nicht mit solch großer Resonanz gerechnet hatten ".

Die Abholung der Container und die fehlende Information ließen den Klein Oschersleber Ortschaftsrat nun dazu hinreißen, ihre Meinung in einem offenen Brief an die Stadt kund zu tun. Hier einige Auszüge :

" Wir sind mit der Art und Weise, wie mit uns Ortschaftsräten umgegangen wurde, absolut nicht einverstanden. Das Einziehen der Straßenschmutzcontainer mit der Straßenreinigungssatzung und dem Gleichbehandlungsprinzip zu den anderen Ortsteilen zu begründen, ist mehr als halbherzig. ( ... ) Sollten die Container ... nicht wieder aufgestellt werden, gehen wir davon aus, dass auch die zusätzliche Laubabfuhr in der Kernstadt umgehend eingestellt und in den Ortsteilen die maschinelle Straßenreinigung vorbereitet wird. ( ... ) Wir betrachten die kurzfristige Einstellung ... als eine Schlechterstellung unserer Einwohner und als eklatanten Bruch der Gebietsänderungsvereinbarung. ( ... ) Darüber hinaus ist bis heute kein Bürger in den betroffenen Ortschaften offiziell über die Nichtwiederaufstellung der Container informiert. "

Im Folgenden gaben die Verfasser eine Auflistung von " sechs Gründen zur Beibehaltung der Containerlösung in den Ortschaften ". Die Verfasser sehen angesichts des ersatzlosen Wegfalls unter anderem die Gefahr, dass sich Grundstückseigner nun nicht mehr um die öffentlichen Grünflächen kümmern würden, da sie nun die Kosten selbst zu tragen hätten. Dies würde zur Folge haben, dass die Gemeindearbeiter die Zusatzbelastung zu tragen hätten, was mit höheren Kosten verbunden wäre.

" Wir werden uns mit diesem Fall im Stadtrat noch einmal beschäftigen und hoffentlich eine für alle zufrieden stellende Lösung des Problems finden ", versuchte Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke bei der Stadtratssitzung die Diskussion zu beenden.

Ratsmitglied Torsten Schubert ( CDU ) verwies daraufhin auf den zuständigen Bauausschuss, der sich der Thematik annehmen sollte und nahm Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski in die Pflicht : " Wir sollten das Problem dort nochmals diskutieren und Herr Czerwienski sollte dazu auch noch einmal ein paar Worte verlieren ". Czerwienski nahm das Angebot an, kündigte aber auch an : " Ich werde den Ausschussmitgliedern anhand konkreter Zahlen die Notwendigkeit aufzeigen, die uns zu diesem Schritt veranlassten ".

Für die Alikendorfer und Klein Oschersleber könnte sich also schon auf der nächsten Bauausschusssitzung am 16. Dezember in Oschersleben die Zukunft der öffentlichen Laubentsorgung in ihren Gemeinden entscheiden. Welche Lösungen dort getroffen werden, bleibt indes abzuwarten.