Hadmersleben. Die Saatzucht kann in Hadmersleben auf mehr als 100 Jahre Tradition zurückblicken. Was einst unter der Regie von Ferdinand Heine auf dem Gelände des Klosters begann, wird heute in einem modernen Saatgut- und Züchtungszentrum fortgesetzt. Am Donnerstag wurde auf dem Betriebsgelände an der Kroppenstedter Straße ein neuer Gebäudekomplex eingeweiht. Das schwedische Unternehmen SW, in dessen Händen die Zuchtstation Hadmersleben liegt, hat in den Bau eines neuen Saatgutzentrums und eines neuen Züchtungszentrums rund fünf Millionen Euro investiert.

Sehr eindrucksvoll schilderte Christiane Leiska die Vorbereitung und Bauausführung des anspruchsvollen Baus, der hohe Anforderungen an die Architekten auch deshalb stellten, weil das genannte Budget auf keinen Fall überschritten werden durfte. Und doch reichte es schließlich für einige Extras wie ein großes Vordach oder ein Windschutz im Übergang zwischen Saatgut- und Züchtungszentrum oder für die Erneuerung der Zufahrt und Parkplätze. Ein besonderes Extra ist in jedem Fall die Fassade des Züchtungszentrums. Hier wurde der gleiche Kalkstein verwendet wie am Kloster Hadmersleben. Damit hat man den Bogen zur Geschichte der Saatzucht in Hadmersleben wieder geschlagen.

Christiane Leiska überreichte schließlich an SW-Geschäftsführerin Anette Olesen und dem Leiter der Hadmersleber Zuchtstation, Andrè Innemann, den Schlüssel für die neuen Gebäude. Dieser Schlüssel hatte die Form des Projektmodells und es gab ihn in zweifacher Ausführung, ein Exemplar geht mit zum Stammsitz nach Schweden, ein Exemplar bleibt vor Ort in Hadmersleben. Anette Olesen hatte in ihrer Rede betont, dass sich die Arbeitsbedingungen in Hadmersleben vor allem im Laborbereich verbessern mussten, dass hatte das Unternehmen bereits vor Jahren erkannt. Am Mittwoch konnte die Geschäftsführerin feststellen, dass nun eine moderne Zuchtstation entstanden ist.

" Aber die Gebäude sind nicht allein wichtig, die Züchtung ist wichtig und dafür sind wir nun hier in Hadmersleben bestens für die Zukunft gerüstet ", so Anette Olesen.

In den neuen Gebäuden werden sich die Arbeitsbedingungen für die 36 Mitarbeiter der Hadmersleber Zuchtstation wesentlich verbessern. Hier können künftig die Ernte von Raps- und Getreidearten analysiert und verarbeitet, gelagert und das Saatgut zur Aussaat vorbereitet werden. Laboratorien, Klimakammern und Arbeitsflächen, die mit den Gewächshäusern unmittelbar verbunden sind, erleichtern und optimieren die Arbeitsabläufe.

Nach den offi ziellen Reden starteten Mitarbeiter und Gäste zu einem Rundgang durch die neuen Gebäude.

Egal, ob Saatgut- oder Züchtungszentrum – modernste Technik, wohin das Auge schaut. Das beginnt beim Öffnen der Fenster, setzt sich in belüfteten Lagerboxen fort und endet schließlich in Labors mit Höhen verstellbaren Tischen.

Bei SW in Hadmersleben werden hauptsächlich neue Raps- und Getreidesorten, hier mit dem Schwerpunkt Winterweizen, gezüchtet.

Mit der Sorte " Vision " wurde im vergangenen Jahr eine neue Rapssorte zu gelassen. Im gleichen Jahr kam auch eine neue Winterweizensorte aus dem Hause SW auf den Markt.