Feuerwehren des Abschnitts Oschersleben haben am Sonnabend in einem Bewos-Abrissblock im Wohngebiet Wasserrenne den Ernstfall geübt. Kameraden aus Neindorf, Klein Oschersleben, Altbrandsleben und Großalsleben fuhren nacheinander ihre Übungen.

Oschersleben. Im ersten Obergeschoss des Mehrgeschossers in der Oschersleber Albert-Enstein-Straße brennt es. Dicke Rauchschwaden ziehen aus dem Fenster. In der Wohnung wird ein Mensch vermisst. Vermutlich ist sie oder er ohnmächtig zusammen gebrochen. Ein Nachbarn alarmiert über den Notruf die Feuerwehr. Wenige Minuten später sind die Retter zur Stelle.

Was sich wie eine reale Situation anhört, war am Sonnabend im größten Oschersleber Wohngebiet lediglich eine Übung. Feuerwehren des Abschnitts Oschersleben nutzten den inzwischen leergezogenen Bewos-Wohnblock in der Albert-Einstein-Straße, um für den Ernstfall zu üben. Kameraden aus Neindorf, Klein Oschersleben, Altbrandsleben und Groß Germersleben nahmen an diesem ersten Durchgang teil. Nacheinander absolvierten sie das gleich Szenario. Sonnabend dieser Woche sind die restlichen Feuerwehren des Oschersleber Abschnitts an der Reihe. Mit einer ähnlichen oder anderen Übungsaufgabe.

" Es ist das erste Mal, das wir eine derartige Übung in einem mehrgeschossigen Wohnhaus durchführen können. Sind die Häuser noch bewohnt, haben die Vermieter Angst, es könnte etwas beschädigt werden ", freute sich Oscherslebens Feuerwehr-Abschnittsleiter Ralf Lange über die Bereitschaft der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos, den zum Abriss vorgesehenen Wohnblock in der Albert-Einstein-Straße für die Übung zur Verfügung zu stellen. Insgesamt werden 13 Feuerwehren das Haus zu Übungszwecken nutzen.

Eine der Feuerwehren war am Sonnabend die aus dem Oschersleber Ortsteil Neindorf. Die Kameraden unter dem Kommando von Wehrleiter Mathias Bange verlegten Schlauchverbindungen zur brennenden Wohnung. Beim ersten Hydranten auf dem Parkplatz gegenüber des Abrissblocks hatten die Einsatzkräfte Pech. Das Ventil unterhalb des Pflasters ließ sich auch mit großer Kraftanstrengung nicht öffnen. Die Feuerwehrmänner mussten einen anderen Unterflurhydranten benutzen, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Das kostete Zeit, die Ernstfall womöglich Menschenleben gefehlt hätte, um Menschenleben zu retten.

" Der Trink- und Abwasserverband Börde wird von uns einen bösen Anruf bekommen ", kündigte Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig an. Der Verband sei für das ordnungsgemäße Funktionieren der Hydranten, die aus dem öffentlichen Trinkwasser gespeist werden, verantwortlich. Gerade in einem großen Wohngebiet wie der Wasserrenne könne es aus Sicherheitsgründen nicht akzeptiert werden, wenn ein Hydrant nicht funktioniert.

" Die Neindorfer haben eine sehr gute Leistung gezeigt ", war Abschnittsleiter Lange mit den Kameraden zufrieden. Es war keine leichte Aufgabe für den Angriffstrupp mit Christian Hinz und Christian Hauck, unter anlegetem Atemschutzgeräten in das erste Obergeschoss vorzubringen, um den bewusstlosen Menschen aus der verqualmten Wohnung zu retten. Einen prall mit Wasser gefüllten Löschwasserschlauch durch das enge Treppenhaus zu bugsieren, erwies sich als besonders schwierig und körperlich anstrengend. Die beiden Einsatzkräfte lösten die Aufgabe mit Bravur und legten damit den Grundstein für die insgesamt gute Leistung der Neindorfer Feuerwehr.