Die Lebensmittelausgabe des DRK Kreisverbandes Wanzleben wird ab heute off ziell zur " Wanzlebener Tafel " ernannt. Die Anerkennung des Tafel " - Titels ist bereits erfolgt, die offzielle Ernennung folgt heute in Göttingen. Damit wird vor allem für die Arbeit mit Großspendern eine neue Qualität erreicht. Das für den Wanzleber Bahnhof geplante " Multifunktionale Soziale Zentrum ", in das die Tafel einziehen soll, lässt hingegen noch auf sich warten. Die Kaufverhandlungen zwischen Wobau und der Bahn AG verlaufen zäh.

Wanzleben. Zur Freude des DRK-Kreisverbandes Wanzleben ist in der vergangenen Woche die Lebensmittelausgabestelle als " Wanzlebener Tafel " anerkannt worden. Heute soll dazu offziell die Ernennungs-Urkunde in Göttingen übergeben werden.

Damit ist die Wanzleber Einrichtung für Bedürftige ein eigenständiges Mitglied im Bundesverband der Tafeln und erhält eine Mitglieds-Nummer, die vor allem bei Großspendern wie Einkaufsmärkten und Großhandelsketten die Türen öffnet. " Das eröffnet für uns natürlich ganz neue Möglichkeiten ", erklärt der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Wanzleben Guido Fellgiebel. Man stehe jetzt in den Startlöchern, um die Konzepte zur Erweiterung der Lebensmittelausgabe in eine, Tafel ‘, inklusive Suppenküche, realisieren zu können. Die neuen Räume für die " Wanzlebener Tafel " sollen im ehemaligen Wanzleber Bahnhof entstehen.

Doch wann ist der Umzugstermin ? Der Plan : Die Wohnungsbaugesellschaft Wanzleben kauft das Gebäude von der Bahn AG auf und baut es zum " Multifunktionalen Sozialen Zentrum " um. Die Baukosten werden auf rund 650 000 Euro geschätzt, die zu beantragende Förderung auf 399 000 Euro. Dem DRK werden die Räume als Nutzer vermietet. Auch der Stadtrat hat dem Vorhaben bereits zusgestimmt, dass im Rahmen des IBA-Projektes " Urbane Familienfelder " integriert ist. Der Wanzleber Stadtrat hatte bereits im März grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Die Schirmherrschaft hat der Landesminster für Bau- und Verkehr Karl-Heinz Daehre übernommen. Er war auch als Vermittler zwischen der Bahn AG und der Wohnungsbaugesellschaft aufgetreten und setzte sich dafür ein, dass der seit 2002 leerstehende Bahnhof wieder mit Leben erfüllt wird. " Ich bin in diesem Zusammenhang auch froh, dass wir eine neue Lösung für die DRK-Lebensmittelausgabe gefunden haben. Der Standort Windmühlenbreite platzt ja aus allen Nähten ", hatte Daehre bei einem Vorort-Termin Anfang des Jahres gesagt. Damals meinte Wobau-Chef Rainer Lippelt auch, dass die Verkaufsverhandlungen mit der Bahn vermutlich bereits im April abgeschlossen sein dürften. Inzwischen ist es fast Mitte Juni und getan hat sich noch nichts.

Stimmen die Gerüchte und das Projekt auf Eis liegt ? Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt dazu : " Eis gibt es vielleicht im Kauf aden. " Sicherlich würden die Verhandlungen mit der Bahn zäh verlaufen. " Wir stehen aber in einem engen Dialog ", sagte er. Es gebe noch einige Details, die im Grundstückskaufvertrag zu klären sind. " Unglückliche Klauseln ", wie Lippelt sie nennt, müssten noch ausgeräumt werden. " Es gibt am 7. Juli noch eine Aufsichtsratssitzung, wobei alle Kaufoptionen und -bedingungen nocheinmal besprochen werden ", erklärt der Wobau-Geschäftsführer. Er zeige sich aber optimistisch, dass der Vertrag mit der Bahn noch im Sommer unterschrieben wird.

Der zeitliche Druck wächst indes, denn das Projekt ist Teil des IBA-Themas " Urbane Familienfelder " und soll im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2010 teilweise fertig gestellt oder bereits deutliche Realisierungsschritte erkennen lassen. Mit der " Wanzlebener Tafel " sollen auch die DRK-Kleiderausgabestelle und ein Kinderrestaurant in den Bahnhof einziehen. Außerdem sind hier drei Wohnungen auf 170 Quadratmetern eingeplant.