Gut 700 Besucher waren am Sonnabend auf das Gelände der Oschersleber Matthias-Claudius-Stiftung in die Hermann-Krebs-Straße gekommen. Beim 27. Stiftungsfest wurde " Die Zauberflöte " aufgeführt und gab es ein abwechslungsreiches Rahmen- und Unterhaltungsprogramm.

Oschersleben. Welch bemerkenswerte Geschöpfe hatte die Oschersleber Matthias-Claudius-Stiftung da am Sonnabendnachmittag nicht alles zu Besuch. Prinz Tamino war aufgetaucht, wie auch die Königin der Nacht und deren Tochter Pamina. Zudem hatten sich Sarastro, Monostatos und nicht zuletzt der Vogelfänger Papageno sehen und auch hören lassen.

Sie alle - und noch etliche andere, vornehmlich lustige Leute - waren für knapp eine Stunde in die Hermann-Krebs-Straße gekommen, um hier zu Beginn des 27. Stiftungsfestes " Die Zauberflöte " zum Besten zu geben. Jene Märchen-Oper von Wolfgang Amadeus Mozart.

Es war sicherlich das erste Mal, dass Mozarts Zauberflöte in Oschersleben aufgeführt worden ist. Und noch dazu ganz außergewöhnlich inszeniert. Denn auch wenn zugegebenermaßen etliche Akteure nach Mozarts Vorstellungen gekleidet und einige seiner Original-Arien zu hören waren, war bei der Uraufführung im Jahr 1791 ganz sicher weder an die drei coolen Typen mit Sonnenbrillen und Rocker-Kluft zu denken, noch an die Lieder von Udo Lindenberg, Falco oder Vangelis, die allesamt in die Oschersleber Inszenierung eingebaut worden sind.

Sehr zur Freude der Zuschauer und Zuhörer, denen diese von Bewohnern und Mitarbeitern des Matthias-Claudius-Hauses aufgeführte Zauberflöten-Variante sehr gefallen hat. Der gewaltige Beifall für die monatelangen Proben und deren Resultat ließ daran keinen Zweifel. So dass die Stiftungs-Theatergruppe mit ihren Regisseurinnen Ute Illig und Petra Fischer mal wieder für einen super Fest-Beginn gesorgt hat.

Wobei es ja eigentlich gar nicht der Beginn war. Denn schon am Vormittag hatte es einen Fest-Gottesdienst im evangelischen Gemeindesaal gegeben, der auch schon ein ganz besonderer war. Wofür die Halberstädter Pfarrerin Angela Kunze-Beiküfner gesorgt hat, die vor ihrem Theologie-Studium Clown im Zirkus Probst war. Und so ist sie im Gottesdienst zunächst als Pantomime zu sehen gewesen, um später im Talar zu predigen. Und noch dazu ist das Ganze von einem BBC-Fernsehteam für einen Dokumentarfilm über die Pfarrerin mitgeschnitten worden.

Aber auch " Die Zauberflöte " und alles andere, was sich danach während des Stiftungsfestes ereignet hat, ist von vielen der mehr als 700 Besucher per Videokamera und Fotoapparat für die Nachwelt digital konserviert worden.

Und so ist auf diesen Videound Foto-Chips der Andrang an den Handwerkerständen genauso verewigt wie das Interesse an den Sport-, Spiel-, Bastel-, Informations-, Verpflegungs- oder auch Musikangeboten. Wie auf diesen Filmen und Fotos überdies festgehalten worden ist, mit welcher Begeisterung große und kleine Besucher den Mitmachzirkus angenommen haben, sich das lukullische Angebot schmecken ließen und schließlich am Abend Musik am Lagerfeuer hörten.

" Es war von Anfang bis Ende ein sehr gelungenes und sehr gut besuchtes Fest ", schätzte Stiftungs-Geschäftsführer Michael Lange am Ende ein.