Der Wobau-Parkplatz in der Roßstraße ist seit knapp drei Jahren fertiggestellt. Schön asphaltiert und mit weißen Linien sowie Pollern versehen, wartet er auf Mieter. Doch bis heute hat sich niemand gefunden und auch zukünftig wird sich wohl kaum einer dafür interssieren, da das Parken ringsherum in der gesamten Stadt kostenlos ist. Das Konzept von damals, als der Platz Anfang 2007 gebaut wurde, geht offenbar nicht auf. Doch die Wobau will den " Schwarzen Peter " nicht behalten und will ihn an die Stadt verkaufen. Diese lehnt aber dankend ab.

Wanzleben. Es ist für viele Wanzleber schon ein wundersamer Parkplatz. Nicht, dass es daran etwas auszusetzen gebe. Er ist schick zurecht gemacht, asphaltiert und die einzelnen Stell ächen ordentlich gekennzeichnet. Auch Poller dienen als Absperrung ringsherum. Nur eines fehlt dem Parkplatz bereits seit knapp drei Jahren : Autos, die darauf parken. Obwohl die Wobau mit großen Schildern um Mieter wirbt, hat sich nach Angaben von Wanzlebens Bürgermeisterin Petra Hort bislang noch niemand gemeldet. " Das Nutzungskonzept sah damals von der Saleg ( Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft, d. Red. ), der Wobau und der Stadt vor, die Fläche an dieser Stelle als Parkplatz auszubauen und die Einstellplätze zu vermieten ", erklärt sie. Doch offensichtlich fehlte an dieser Stelle die Nachfrage für solche Bezahl-Parkplätze. Denn nur ein paar Fußschritte weiter können die Autofahrer kostenfrei parken. Warum sollte also jemand einen Parkplatz für Geld anmieten, wo er doch in der gesamten Stadt kostenfrei parken kann ?

Diese Frage hat man sich vermutlich inzwischen

auch bei der Wobau gestellt und so will diese das ungeliebte Stiefkind irgendwie

wieder loswerden.

Natürlich ohne nanzielle Verluste, schließlich hat der Ausbau Wobau-Geld verschlungen, und so hatte der Wirtschaftsausschuss der Stadt kürzlich die Frage zu klären : Könnte die Stadt den Parkplatz von der Wobau zurückkaufen und die Vermarktung übernehmen ? Die Antwort " Nein !" el den Stadträten nicht schwer : Der Antrag wurde dankend abgelehnt. Bürgermeisterin Petra Hort erklärte auf Nachfrage der Volksstimme : Warum sollte die Stadt den Parkplatz besser vermarkten können ? Die Wobau müsse weiter Parkplatzmieter suchen.

Stadt will keine

kostenp ichtigen Plätze

Als potenzielle Mieter waren bereits auch schon die Lehrer der Grundschule " An der Burg " im Gespräch. Doch die haben ja ihren Parkplatz direkt an der Schule, kostenlos versteht sich. Wenn es hier am Kreisel zur Einfahrt Pestalozziweg mal eng wird, dann liegt es eher an den Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw abholen. Verständlich also, dass die Stadt den Parkplatz der Wobau nicht für eine Ablösesumme abkaufen will, schließlich gebe es dann nur die einzige Vermarktungsmöglichkeit Parkuhren aufzustellen. Doch dagegen sprechen zwei Argumente : Erstens, es wäre eine weitere zusätzliche Steuergeld-Investition in ein Nutzungskonzept, dass bisher schon auf ganzer Linie scheiterte. Die zweite Hürde : Der am Montag zur Unterschrift anstehende Vertrag für die Bildung einer Einheitsgemeinde " Stadt Wanzleben – Börde " sieht eindeutig vor, dass in der neuen Gemeinde keine kostenp ichtigen Parkplätze geschaffen werden sollen.

Somit bleiben am Ende der Wobau als Eigentümer nur zwei Möglichkeiten übrig. Entweder sie gibt den Parkplatz für die Öffentlichkeit frei und baut die Poller zurück oder sie unterhält weiterhin einen wundersamen, oder vielmehr einsamen Parkplatz ganz ohne Autos nahe der Wanzleber Innenstadt. Selbst in der Stadtverwaltung sprechen die Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand bereits von einer echten Provinzposse. Ausgang offen.