Buntes Treiben herrschte am Vorabend des 1. Mai traditionell auf dem Seehäuser Marktplatz. Hier sollte der Maibaum aufgestellt und der Kulturpreis verliehen werden. Die Feuerwehr der Stadt spielte diesmal bei beiden Höhepunkten eine tragende Rolle.

Seehausen. " Ich wollte eine Laudatio für unsere diesjährige Preisträgerin schreiben, aber als ich nach einer Seite immer noch nicht alles gesagt hatte, was es zu sagen gab, habe ich die Laudatio verworfen ", erklärte der Kulturausschussvorsitzende Thomas Leitel, als es darum ging das Geheimnis um den Seehäuser Kulturpreis 2009, übrigens der neunte seiner Art, zu lüften. " Diesmal ist es uns auch gelungen, es geheim zu halten ", unterstrich Bürgermeister Eckhard Jockisch.

Thomas Leitel hatte sich letztlich dafür entschieden, die Preisträgerin mit zwei Worten zu umschreiben – " Hilfe " und " Danke ". Jeder würde gern ihre Hilfe in Anspruch nehmen, doch jeder hofft auch, sie nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Andererseit sei sie auch immer da, wenn ein kulturelles Ereignis in Seehausen anstehe. Kultur ohne sie sei eigentlich nicht möglich. Im Gegensatz dazu höre sie ein " Danke " aber viel zu selten. Gemeint mit dieser geheimnisvollen Umschreibung war schlicht und einfach die Freiwillige Feuerwehr der Stadt und allen voran Wehrleiter Hans-Werner Rudloff.

Letztgenannter durfte dann auch den Kulturpreis dieses Jahres in Empfang nehmen, bevor die Feuerwehr gleich wieder frisch ans Werk ging. Die Aufgabe des Maibaumaufstellens haben nämlich die Mitglieder seit drei Jahren übernommen. Und so wuchteten sie auch in diesem Jahr mit vereinten Kräften den Stamm mit dem geschmückten Kranz in die senkrechte Haltung. Stärke bewiesen dabei übrigens auch die Mitglieder der jüngst gegründeten Jugendfeuerwehr, die so auch hofften, Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen. Die passende Musik dazu lieferten die Blasmusikanten aus dem benachbarten Schermcke, die zeitweilig sogar das Glockengeläut der Kirche übertönten.

Dass aber auch die Seehäuser selbst sehr musikalisch sind hatten schon vorher die Kinder der Grundschule " Ernst Sonntag " unter Beweis gestellt. Sie hatten wieder zwei fetzige Tänze einstudiert. Sarah Kiesel aus der dritten Klasse bot außerdem ein Gedicht über den Löwenzahn dar und Lara Staubermann aus der vierten Klasse spielte mit ihrer Flöte einfach ihr eigenes Lampenf eber weg. Den Seehäusern jedenfalls schien das bunte Programm zu gefallen, das zum Dunkelwerden mit dem " Tanz in den Mai " im " Sonnensaal " den passenden Ausklang fand.