Nach fast 20 Jahren heulten gestern in Oschersleben wieder Sirenen. Die Stadt hat im Rahmen des Katastrophenschutzes und zur Warnung der Bevölkerung bei Unfällen größeren Ausmaßes ein neues System von Sirenen im Stadtgebiet installieren lassen. Gestern war Probebetrieb – jetzt sind die Sirenen scharf geschaltet.

Oschersleben. "Achtung, Achtung! Katastrophenalarm. Fenster und Türen schließen. Radio MDR 1 Sachsen-Anhalt einschalten!" Diese Durchsage war gestern Nachmittag in Oschersleben zu hören. Sieben Sekunden davor hatte ein auf- und abschwellender Dauerton für eine Minute den Bürgern einen Schreck in die Glieder fahren lassen. "Wer jetzt noch nicht wach ist", kommentierte Hartmut Veit trocken den in Mark und Bein fahrenden Ton der Sirenen. Veit ist Regionalleiter der Firma Hörmann und hat zusammen mit seinen Männern in Oschersleben das neue Sirenensystem im Aufrag der Stadt installiert. Gestern war Tag des Probealarms.

Zusammen mit Oscherslebens Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig stand Sirenen-Anbieter Veit zuerst im großen Wohngebiet Wasserrenne, um die Qualität der Alarmierung zu beguthören. Die Häuserschluchten werden dort von zwei Sirenen beschallt. Eine steht vor der alten Germania-Brauerei in der Breitscheidstraße und eine andere vor der Schule im Diesterwegring. "Ich bin doch erstaunt, wie klar und deutlich die Sprachdurchsagen zu hören sind", beurteilte Ludwig die Qualität des Gehörten.

Insgesamt haben die Verantwortlichen im Rathaus im Stadtgebiet acht Sirenen installieren lassen. "Das war eine freiwillige Entscheidung von uns, um die Bürger bei Gefahren warnen zu können", begründete Ludwig den Aufbau des neuen Alarmierungssystems. Als Gefahrenquellen machte der Ordnungsamtsleiter unter anderem die durch Oschersleben führende Bahnlinie mit Gefahrguttransporten oder die Bode aus. Die Stadt mietet die Sirenen zunächst für zehn Jahre für 9 000 Euro pro Jahr. Danach gehört das System der Stadt.

"Entwarnung, Störfall beseitigt!". Mit dieser Durchsage endete gestern der Sirenentest in Oschersleben. Jetzt ist das System scharf geschaltet und wird bei Gefahren und Katastrophen in der Rettungsleitstelle des Kreises in Haldensleben ausgelöst.