Das Haus, in dem Musikexperte Andreas Werckmeister einst aufwuchs, zeigt sich wie etliche andere Gebäude Benneckensteins jetzt in neuem Glanze. Der Heimatverein würdigt die Eigner für ihren Einsatz.

Benneckenstein (jko/bfa). Das Bild der alten Stadt, des heutigen Oberharz-Ortsteils an der Rappbodequelle, verbessert sich Stück um Stück.

Dafür sorgen Hauseigentümer, Handwerker und die Kommune sowie viele Helfer. Einige werden nun einmal vom Kultur- und Heimatverein gelobt. Die Häuser Wickert und Oskar Meyer (heute "Hexenhaus") sowie die sogenannte Freiheit (Familie Otto) und das Haus von Schneider Liebetruth (heute Wagenblaß) zählen zu den absoluten Schmuckstücken, wie der Verein betont. Ebenso das Werckmeisterhaus.

Es gehörte einst Pastor Viktor Werckmeister, dem Großvater von Musikexperte Andreas Werckmeister, nach dem die einstige Kreismusikschule Wernigerode benannt war. Das Gebäude, in dem Andreas Werckmeister aufwuchs, gehörte mit zu den ersten nach der Katastrophe von 1627 wiedererrichteten Häusern. Damals hatte der im 30-jährigen Krieg berühmt-berüchtigte General Tilly in einer Vergeltungsaktion gegen die Harzschützen, die eine ihrer Hauptanlaufpunkte in Benneckenstein hatten, den Ort fast völlig abgebrannt.

Auch Häuser wie das alte oder Schwarzburger Rathaus, die erwähnte "Freiheit" und das Werckmeisterhaus entstanden danach mit als erste. Letzteres wurde 1656 erbaut und ist inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt und ein Schmuckstück dazu, wie der Heimatverein Benneckenstein hervorhebt.

Eigentümer des Gebäudes sind das junge Paar Victoria und Thoralf Bokeloh sowie Victorias Schwester Stephanie aus Bad Harzburg. Sie haben viel Zeit und Geld in das denkmalgeschützte Haus gesteckt. So wurde u. a. die Vorderfassade von Maler Harald Ouart fachgerecht renoviert.

Nachdem mit dem Einbau einer neuen Haustür die Instandsetzung vollendet wurde, würdigten Annetraut Müller und Jürgen Kohlrausch vom Vorstand des Heimatvereins die Initiative der jungen Eheleute. Sie überreichten ihnen die Reproduktion einer Aufnahme von 1928, die das alte Pfarrhaus um 1872 zeigt, als es Privateigentum wurde.

Das Werckmeisterhaus ist in Benneckensteins Unterstadt nahe der heutigen St. Laurentiuskirche zu finden. Gegen-über, am Standort der früheren Kirche, wurde dem Harzer ein Denkmal gesetzt, das nun mit dem sanierten Werckmeisterhaus ein schön anzusehendes Ensemble bildet.

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