Die Stadt Oberharz macht deutschlandweit Furore als Zuchtort für Widderkaninchen. Martina Uhlemann aus Trautenstein kehrt mit Meistertitel und Superpunktzahl von der Bundesschau zurück.

Trautenstein l Kaninchen haben es Martina Uhlemann schon von Kindheit an angetan. Vielleicht, weil in der Familie der aus Stiege stammenden Frau ausschließlich Federvieh gezüchtet wurde. "Ich wollte etwas anderes machen", sagt sie, und kam irgendwann auf die sogenannten Stallhasen.

Zunächst waren es Kaninchen mit Stehohren, seit ein paar Jahren aber haben es der heutigen Trautensteinerin die großen Deutschen Widder mit ihren Schlappohren angetan. Mit den schwarzen Vertretern dieser Rasse hat Martina Uhlemann jetzt deutschlandweit die Konkurrenz geschlagen. Ihre Gruppe von vier Kaninchen siegte bei der Bundeskaninchenschau in Karlsruhe und brachte der Harzerin einen Deutschen Meistertitel ein. Und nicht nur das.

Ein Rammler, also ein männliches Kaninchen, erhielt 97,5 von 100 Punkten. "Das ist in dieser Klasse noch nie erreicht worden", sagt die Züchterin stolz und verweist auf eine weitere Besonderheit: Sie war in Karlsruhe die einzige Ausstellerin in ihrer Widderklasse.

Zu den vielen Gratulanten nach diesem Erfolg gehören Ehemann Günter und Sohn Fabian ebenso wie ihr Heimatverein in Hasselfelde um Helge Hartmann sowie Manfred Freitag, Chef des Kreisverbandes Harz der Kaninchenzüchter.

Martina Uhlemann, so erläutert Zuchtexperte Freitag, gehöre mit zu den erfolgreichsten Züchtern im gesamten Harzkreis. Für die Trautensteinerin ist der Meistertitel 2013 in Karlsruhe denn auch bereits die zweite deutschlandweite Spitzenposition. 2011 war sie schon einmal Meisterin, ebenfalls mit Widderkaninchen, schwarz. Mit der gleichen Rasse in anderen Fellfarben - etwa schwarz-weiß oder havannafarben - erringt die Trautensteinerin ebenfalls seit Jahren Auszeichnung für Auszeichnung. Zwölfmal ist sie Landesmeisterin und weiß, was sie an ihren Kaninchen hat.

"Es sind schöne Tiere, sie sind dankbar, ich beobachte sie gerne, und man hat eine Aufgabe", sagt Frau Uhlemann. Für die Frührentnerin ist das tägliche Füttern, die Pflege und das Streicheln der Langohren auch eine Art Therapie. Und wenn dann noch die Preise purzeln, mache es doppelt Spaß. Die Ställe sind zuhause so aufgestellt, dass die Familie die Tiere direkt vom Stubenfenster aus sehen kann.