Lachen ist die beste Medizin heißt es. Und zum 60.Mal gibt es sie hochdosiert in Heimburg, wenn der Carnevals Club (HCC) zu seinen Büttensitzungen einlädt.

Blankenburg l In diesem Jahr verordnen Heimburgs Karnevalisten dem Publikum das allseits wirksame Medikament "HCC akut" - und das an drei Abenden. Verabreicht wird es mit viel Tanz und guter Laune nach 20Jahren Pause wieder in der Geburtsstätte des Heimburger Karnevals: in der Gaststätte "Linde". "Das diesjährige Programm wird viel Neues bieten. Die einzelnen Gruppen haben sich aber auch auf das Jubiläum besonnen, schauen zurück und nehmen einige Dinge von früher auf", sagt Matthias Priesterjahn, der attraktive und bunte Darbietungen verspricht. Allen voran von den Funkengarden, die in drei Generationen auf der Bühne tanzen werden. So werde unter anderem der Schwerter-Tanz gezeigt. Darauf hatten die Funken in den zurückliegenden Jahren verzichtet, um die Deckenverkleidung im niedrigeren Dorfgemeinschaftshaus zu schonen. In der "Linde" ist dagegen genügend Luft nach oben. Die Gäste dürfen sich außerdem auf die neuen Kostüme der Garde und der mittleren Funken freuen.

Das Programm gestalten außerdem das Männerballett, die HCC-Tanz-AG, die Stimmungssängerinnen Sarah Witter und Andrea Kretschmar, das neue Prinzenpaar sowie verschiedene Büttenredner.

Für die öffentlichen Veranstaltungen am 8.und 15.Februar sowie am 1.März ist der Kartenvorverkauf bereits angelaufen. Resttickets gibt es in der "Linde" freitags ab 19Uhr. Die Büttensitzungen beginnen jeweils um 19.11Uhr. Den Auftakt der Jubiläumssession bildet allerdings eine Festveranstaltung am Sonnabend, 1.Februar.

An diesem Abend blickt der HCC auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. "Eingeladen sind rund 100Gäste, die sich in dieser Zeit besonders hervorgetan und den Karneval in Heimburg geprägt haben", erklärt Matthias Priesterjahn. So wird es ein Wiedersehen mit ehemaligen Prinzenpaaren, Büttenrednern und Elferrats-Präsidentinnen geben. Das ist übrigens ein Novum des Heimburger Karnevals: Nach dem ersten Präsidenten Wilhelm Helmholdt, der die Sitzungen zwischen 1954 und 1959 leitete, übernahmen die Frauen das Zepter. Seit 1960 sitzen sie den Veranstaltungen vor. Den Anfang machte Helene Gerhardt. Sie stammte aus dem Rheinland und setzte die närrischen Traditionen auch in ihrer Wahlheimat fort. Bis 1978 war sie Präsidentin des Elferrats. Ihr folgten Regina Priesterjahn (1979 bis 1988), Christa Wand (1989 bis 1994), Petra Ernst (1995 bis 2004) und Jana Preuß.

Matthias Priesterjahn, selbst von Kindesbeinen an mit dem Karneval verbunden, freut sich auf den Jubiläumsabend. Dort werden auch einige ältere Gruppen auftreten und so manche Erinnerungen an frühere Zeiten aufleben lassen. So war der Karneval in Heimburg einst für die Aktiven ein wahrer Marathon. Zehn Veranstaltungen und mehr, darunter noch Sitzungen für Kinder und Rentner, waren fest eingeplant. Für Stimmung sorgten Urgesteine des Harzer Karnevals wie Hans Niemand aus Elbingerode in der Bütt, Heinz Knierim aus Thale als "Doofer Heini", Inge und Willi Nowoitnick sowie Heinrich Fischer, der gekonnt das Dorfgeschehen auf die Schippe nahm.

Matthias Priesterjahn erinnert sich auch gern an die Auftritte von Schwergewicht Rolf Schepper im Männerballett. Als Matrjoschka verkleidet, wurde er dereinst von der Ladung der Konfetti-Kanone unsanft von den Beiden geholt. Das Publikum amüsierte sich prächtig, weil es dachte, die Einlage gehört zum Programm. Der Getroffene kam sprichwörtlich mit einem blauen Auge davon.

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