Wernigerode/Elend l Eine direkte Unterstützung der Stadt Wernigerode für das Waldbad Elend in der benachbarten Stadt Oberharz könne es nicht geben - andere Wege seien jedoch denkbar. Das teilte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) der Volksstimme zur öffentlich diskutierten Rettung des Freibades Elend mit.

Hintergrund ist, dass die Stadt Oberharz wegen ihrer finanziellen Schieflage keine freiwilligen Leistungen mehr stemmen kann. So ist auch für das von Schierkern und Wernigeröder Touristen jeden Sommer gern genutzte Bad nicht mehr genug Geld da. Eine Schließung wäre für den Ort Elend und die Region ein großer Verlust, wie Vertreter aus Elend, Elbingerode und Wernigerode betonen.

Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch (SPD) bat deshalb in einem Brief an Gaffert, eine Unterstützung zu prüfen. In Elend ist bereits ein Förderverein gegründet worden, der den Betrieb übernehmen und so die Kosten senken will. Die Stadt Oberharz und deren Tourismusbetrieb signalisieren für dieses Jahr einen Zuschuss von 15000Euro für das Waldbad. "Im Endeffekt fehlen dem Verein nach meinem Überblick rund 10000Euro, um das Bad am Laufen zu halten", rechnet Frank Damsch vor.

Ob Wernigerode diese Summe geben kann und will, muss sich zeigen. Die Stadt habe das Thema zur genaueren Prüfung an die Dezernate gegeben, wie Verwaltungssprecher Andreas Meling gegenüber Volksstimme sagt. "Unter dem Aspekt der touristischen Wertigkeit des Freibades ist die Wernigerode Tourismus GmbH gebeten worden, Gespräche aufzunehmen und Förderungs- und Unterstützungsleistungen zu beraten", so Meling. Dann werde eine Entscheidung getroffen und der Brief von Damsch beantwortet.

Das Freibad Elend ist nach dem in Hasselfelde das bestbesuchte der Oberharzstadt. 2013 wurden im 370-Seelen-Ort Elend 7500 Badbesucher gezählt, davon 1500 zur Veranstaltung "Rocken am Brocken".