Der Stadtrat vereinigt die Tropfsteinhöhlen und die sechs Bäder der Stadt im Eigenbetrieb für Tourismus. Nötige Zuschüsse aus dem Stadthaushalt sind zugesagt. Eine Flaute bei Höhlenbesuchern wird abgefangen.

Rübeland l Die Zahl der Besucher in den Tropfsteinhöhlen kann gehörig schwanken. Das merkten die Stadtratsmitglieder bei der ordnungsgemäßen Behandlung des Jahresabschlusses 2012 des Eigenbetriebes für Tourismus im Oberharz. Die Zahl der Höhlengäste blieb mit 168 000 unter den Erwartungen, wie Betriebschefin Cathleen Hensel darlegte. Im Jahr zuvor, 2011, waren es 178 000.

Das Minus von rund 10 000 Besuchern bedeute nicht nur weniger Eintrittsgeld, sondern auch weniger Umsatz bei Andenken, wurde festgestellt. Als Hauptursache für den Rückgang wurde die lang anhaltende Sperre wegen des Straßenbaus in Rübeland und auch das Wetter genannt. Allerdings konnte das Minus abgemildert werden mit höheren Kurtaxeinnahmen von 29 000 Euro und Einsparung bei den Personalkosten in Höhe von 24 000 Euro, wie informiert wurde.

"Insgesamt ist die Lage sehr zufriedenstellend", urteilte Wirtschaftsprüfer Siegfried Baumann vor dem Stadtrat. Er attestierte dem Tourismusbetrieb eine stabile Finanzlage.

Die werde der Eigenbetrieb auch brauchen, hieß es später.

Denn da beschloss der Stadtrat die Übernahme aller sechs Bäder der Stadt inklusive des Personals in den Eigenbetrieb. Bisher vom Hauptamt mit verwaltet, gehören damit nun die Freibäder Hasselfelde, Elend und Rübeland, das Hallenbad in Benneckenstein und die Naturbäder in Elbingerode sowie Trautenstein rückwirkend vom 1. Januar mit zum Tourismusbetrieb Oberharz.

Der wird dadurch gehörig größer. Die Hallenbad und Freibäder haben um die 48 000 Gäste im Jahr. Die Bäder kommen zu den Tropfsteinhöhlen, Tourist-Informationen und etlichen Parkplätzen in Rübeland, Elend, Benneckenstein hinzu.

"Das macht auch Sinn", sagte der Bäderchef im Oberharz, Thomas Schult, der Volksstimme. "Der Tourismusbetrieb und die Bäder sind beide Freizeitdienstleister", so Schult, und gehörten deshalb zu diesem Bereich.

Der Haken an der Sache: Die Bäder sind ein Verlustgeschäft wie Bäder generell in Deutschland, wie Wirtschaftsprüfer Baumann sagte. Die Stadt Oberharz muss rund 361 000 Euro Zuschuss pro Jahr aufbringen, um die Angebote zu sichern. Das könnte die Stabilität des Tourismusbetriebes insgesamt gefährden, warnten Ratsmitglieder. Der Betriebsausschuss selbst hatte bei einem Abstimmungspatt die Übernahme sogar abgelehnt.

Im Stadtrat wurde bei dem Beschluss mehrfach betont, dass die Kommune ihrer Pflicht zum Ausgleich der Verluste gegenüber dem Eigenbetrieb nachkommen werde. Die Bürger sehen die Bäder für ihre Orte als lebenswichtig an. Gleichwohl solle an der Verringerung dieser Zuschüsse gearbeitet werden. So durch Zusammenarbeit mit den Freibadvereinen Elend und Rübeland. Und natürlich wird auch auf mehr Besucher in den Höhlen gehofft. 2014 beginne bisher vielversprechend, war zu erfahren. Wahrscheinlich seien die Höhlen ein Ersatz für den ausfallenden Winter. Wobei im Falle von Schnee und Kälte sicher noch mehr Gäste in die Höhlen gehen würden.