Automaten-Sprengungen
Wie gehen die Täter vor? In der überwiegenden Zahl der Automatensprengungen verwenden die Ganoven ein Gas-Luftgemisch und leiten dieses in das Innere des Automaten ein. Per Fernzündung wird dann gesprengt.
Spektakulärste Sprengung 2013: 29. November, Magdeburg, Schusswechsel mit der Polizei nach Sprengung des Geldautomaten einer Sparkasse. Täter fliehen mit mehreren zehntausend Euro. Der Raum wird völlig zerstört. Verletzte gibt es keine.
Sprengungen, Aufbrüche und Diebstähle:
2013: neun Sprengungen, insgesamt 19 Angriffe
2012: eine Sprengung, insgesamt 21 Angriffe
2011: acht Sprengungen, insgesamt 19 Angriffe

Ilsenburg/Magdeburg l Unbekannte haben am Freitag in Ilsenburg (Harz) einen Geldautomaten in die Luft gesprengt. Die Täter zerstörten dabei auch den Bankraum und erbeuteten rund 15000 Euro. Im Jahr 2013 registrierte das Landeskriminalamt neun Fälle, 2012 gab es nur einen.

Eine Explosion erschüttert am Freitagmorgen gegen 2 Uhr die Stadt Ilsenburg im Harz. Scheiben klirren und der Automatenraum der Volksbankfiliale liegt kurze Zeit später in Trümmern. Zeugen beobachten zwei männliche Personen, die in einen schwarzen Geländewagen einsteigen und flüchten. Später, als Feuerwehr und Polizei am Tatort einteffen, wird das ganze Ausmaß des Schadens nach und nach sichtbar. Die Unbekannten flüchten mit einer Summe von rund 15000 Euro.

Doch wesentlich höher ist der Schaden am Gebäude und dem völlig zerstörten Automaten. Die Summe wird später von Experten auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Bereits vor einigen Tagen in der Nacht zum 6. März hatten Unbekannte versucht, einen Geldautomaten der Harzsparkasse in Ilsenburg zu sprengen. Doch es blieb bei einer Verpuffung. An das Geld kamen die Täter nicht, sagte ein Polizeisprecher der Harzstadt.

Offensichtlich setzt das Harzer "Sprengkommando" den steigenden Landestrend des vergangenen Jahres fort. Die Polizei in Sachsen-Anhalt registrierte nach Angaben des Landeskriminalamtes im Jahr 2013 neun Automatensprengungen. In sechs Fällen gelang es den Tätern, an Geld zu kommen. 2012 registrierte die Polizei nur einen solchen Fall.

Inbegriffen sind dabei noch nicht die Sprengungen von Fahrkartenautomaten der Bahn. Die Bundespolizei registrierte für den Bereich Sachsen-Anhalt mindestens sieben solcher Fälle.

Nur selten werden die Täter auf frischer Tat gefasst. In einem Fall gelang dies im August vergangenen Jahres in Quedlinburg. Das Magdeburger Landgericht verurteilte einen 27-jährigen und einen 25-jährigen Mann aus Thale zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Ein 36-Jähriger kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Im bisher spektakulärsten Fall des vergangenen Jahres in Magdeburg, bei dem die Räuber am 29. November nach der Sprengung auf Polizisten schossen, fehlt von den Tätern jede Spur. Sprecher der Polizeidirektion Nord, Frank Küssner: "Es stehen noch einige Untersuchungen an."