Wernigerode l Die Oskar-Kämmer-Schule plant die Eröffnung einer freien Sekundarschule in Wernigerode. "Zum Schuljahresbeginn 2014/2015 könnten wir bereits mit einer fünften Klasse starten", erklären Ingolf Fölsch, Prokurist der Oskar Kämmer Schule, und Antje Hellmann, stellvertretende Bereichsleiterin Sachsen-Anhalt im Unternehmen.

Seit September vergangenen Jahres haben die Mitarbeiter die Neugründung vorbereitet, zum Jahresende wurde ein Antrag beim Kultusministerium eingereicht. Die Genehmigung steht noch aus, doch die Signale aus Magdeburg sind positiv, weiß Ingolf Fölsch. "Ich bin optimistisch, dass es funktionieren wird."

In Wernigerode bietet die Oskar-Kämmer-Schule bisher verschiedene berufliche Bildungsgänge an - von Fachoberschulen über die Erzieherausbildung bis zu Umschulung und Weiterbildung im kaufmännischen Bereich. An drei anderen Standorten in Sachsen-Anhalt betreibt die Bildungsgesellschaft bereits Sekundarschulen. Seit zehn Jahren existiert eine Schule in Schneidlingen, in Magdeburg gibt es seit acht Jahren eine Schule und in Schönebeck seit drei Jahren.

Mit seinem Angebot will der freie Träger etwas Neues bieten, sagt der Prokurist. Die von der Oskar-Kämmer-Schule betriebenen Sekundarschulen haben sich dem Konzept "LebenLernen" verschrieben. "Die Schüler sollen lernen, wie sie besser im täglichen Leben zurechtkommen."

"Die Zeugnisse, die wir ausgeben, unterscheiden sich nicht von denen staatlicher Schulen." - Ingolf Fölsch, Prokurist

Dazu gehört, dass alltägliche Dinge geübt werden, aber auch die Bewältigung von Konflikten und der respektvolle Umgang miteinander. Abgesehen davon werden die vom Lehrplan vorgeschriebenen Fächer unterrichtet. "Die Zeugnisse, die wir ausgeben, unterscheiden sich nicht von denen der staatlichen Schulen."

Eine Besonderheit ist das Lernatelier. Dort sitzen Schüler an Lerninseln mit eigenen Arbeitsplätzen. Ein Wochenarbeitsplan sieht Aufgaben vor, die selbstständig erledigt werden. "Die Schüler haben die freie Wahl, was sie zuerst lernen möchten", sagt Antje Hellmann. Ein Lehrer steht bei Fragen zur Verfügung.

In Wernigerode wird zusätzlich der Schwerpunkt auf MINT, kurz für: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gesetzt. Wernigerode hat sich im gewerblich-technischen Bereich stark entwickelt, erklärt Ingolf Fölsch. "Die Unternehmen suchen Schüler, die in dem Bereich gute Noten haben." Zusätzlich werden in Arbeitsgemeinschaften naturwissenschaftliche und technische Themen vertieft.

Voraussetzung ist, dass genug Schüler an der neuen Einrichtung lernen wollen. "Auch wer bereits anderswo angemeldet ist, kann sich jederzeit anders entscheiden", betonen Ingolf Fölsch und Antje Hellmann. Die Schule startet mit einer fünften Klasse, die maximal 24 Schülern Platz bietet. Von Jahr zu Jahr käme jeweils eine neue Klasse hinzu.

"In Magdeburg hatten wir dieses Jahr 80 Bewerber für 24 Plätze."
- Antje Hellmann, Vize-Bereichsleiterin

Klar ist, dass pro Jahrgang nur eine Klasse eingerichtet wird. "Wir bleiben einzügig, darauf legen die Eltern Wert", sagt Antje Hellmann. Dass kleine Schulen beliebt sind, zeige das Interesse an den anderen Standorten: "In Magdeburg hatten wir dieses Jahr für die 24 Plätze 80 Bewerbungen."

Dafür nehmen die Eltern höhere Kosten in Kauf. Bis zu 130 Euro Schulgeld monatlich wird der Besuch der neuen Sekundarschule kosten. "Unter bestimmten Voraussetzungen können Schüler aber zum ermäßigten Satz oder kostenfrei aufgenommen werden", so Fölsch. Angelegt wird die neue Sekundarschule als Ganztagsschule, die von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet ist. Untergebracht wird sie an der Ilsenburger Straße. Im Erdgeschoss ist ein Einkaufsmarkt angesiedelt. Die Klassenräume sind im zweiten Obergeschoss untergebracht. "Wir erweitern uns dann schrittweise", erklärt Ingolf Fölsch. Ein Pausenhof wird auf der Rückseite des Gebäudes neu gestaltet.

Am 23. April, 17 Uhr, ist Infoabend in der Oskar-Kämmer-Schule, Ilsenburger Straße 31.

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