Einbrecher haben es schwer, wenn sie sich künftig im Wernigeröder Waldhofbad bedienen wollen. Eine moderne Alarmanlage und Bewegungsmelder sollen nicht nur die Diebe, sondern auch ungebetene Badegäste abschrecken, die nachts über den Zaun klettern.

Wernigerode l In Wernigerode hat ein Serieneinbrecher in diesem Jahr über 67 Haushalte heimgesucht. Gut einen Monat vor dem Saisonstart am 18. Mai ist das Wernigeröder Waldhofbad nicht nur für zahlende Besucher - sondern auch für solch ungebetene Gäste gewappnet. "Im letzten Jahr hat es uns böse erwischt", sagt Ralf Schult. Die gesamten Tageseinnahmen waren in einer Nacht gestohlen worden. "Wir haben daraus gelernt", verspricht der Bäder-Chef im Volksstimme-Gespräch. Für rund 6000Euro wurde eine moderne Alarmanlage installiert, die deutlich hörbar und mit Lichtblitzen auf Einbruchsversuche reagiert. Zusätzlich werden Bewegungsmelder rund um die Liegewiesen angebracht. Die Leuchten sollen nächtliche Badebesucher überraschen, die heimlich über den Zaun klettern, um dann wilde Partys auf dem Areal zu feiern. Im taghellen Licht können sie sich künftig nur schwerlich vor den Blicken der Anwohner verstecken. "Außerdem fährt die Polizei das Bad in unregelmäßigen Abständen an und kontrolliert, ob alles beim Rechten ist."

Die Beamten erleben immer wieder Kurioses, wenn sie sich auf die Lauer legen. "Während einer illegalen Badeparty im vergangenen Jahr hatte mich die Polizei benachrichtigt. Ich bin sofort dazugestoßen." Schult selbst war mit der Taschenlampe auf Pirsch gegangen - und entdeckte schließlich einen 23-Jährigen, der sich flach unter das Einmeterbrett gelegt hatte, um sich zu verstecken. "Seine Kumpels waren geflüchtet und hatten seine Kleidung mitgenommen." Der Nackedei wurde festgenommen, ein Hausverbot ausgesprochen und Anzeige gestellt.

Für die regulären Besucher hält die Anlage einige Neuerungen bereit. Schwimmmeister Andreas Gruß und der Auszubildende Alexander Fricke haben auch im Winter und Frühjahr die Arbeit nicht ruhen lassen. So wurden die drei Becken gründlich gereinigt. Alexander Fricke hat den Sandkasten vergrößert und ihn dafür per Hand ausgeschachtet.

Zwei große Pappeln an der Böschung zur Holtemme haben die beiden Mitarbeiter vor einigen Wochen bereits fällen und mit einem Schwerlasttransporter wegschaffen lassen. "Ein Baum war innen komplett ausgehöhlt, da stand nur noch die Rinde, er drohte auf die Liegewiese zu fallen. Auch der andere war so morsch, dass er weichen musste", erklärt Andreas Gruß. Entlang der Böschung wird ein neuer Zaun errichtet.

Schwimmfreudige Senioren können künftig einen altersgerechten Einstieg nutzen, der in das große Becken führt. "Wir engagieren uns nicht nur für Jugendliche und Kinder, sondern sind auch für die Älteren aktiv", sagt Ralf Schult. Die Kosten für die Treppe mit Handlauf betragen rund 9500Euro.

Eine neue Mess- und Regelanlage wird ab sofort im Planschbecken eingesetzt. "Wir haben jetzt drei Messanlagen für drei Becken, das ist optimal", so Schult. Die Anlage kontrolliert die Werte und setzt dem Wasser je nach Bedarf Chlor zu. "Gerade im Planschbecken ist die Belastung besonders hoch", weiß der Bäderchef aus Erfahrung. "Und unser Wasser muss so sauber sein, dass man es trinken kann." Die Messtechnik schlägt mit 11500Euro zu Buche.

 

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